Off The Beaten Track – Travelblog

Oberpfälzer Wald – Murnthal – Schwarzwihrnberg Radl-Wander-Kombi

 

 

Tourdaten Murnthal Rad-Wander-Kombi:

Länge: 38 km
Höhenmeter bergauf: 880 m
Schwierigkeit: einfach
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Das  Murnthal – ursprünglich, vom Erlebnistourismus verschont urtümlich vom Fluss Schwarzach durchflossen. Von Mitte des 19ten Jhd. bis zum Anfang des 20ten Jhd. war das enge Murnthal der bedeutendste Standort der Glasschleifereien zur Spiegelherstellung auf der Welt. Die Glasschleiferei in Untermurnthal wurde einst mit Glas aus Böhmen beliefert. Die Rohlinge wurden hier glatt geschliffen und anschließend poliert. Danach wurden die veredelten Glasscheiben auf die Reise nach Nürnberg geschickt, wo sie dann die zu Anfangs quecksilberhaltige Verspiegelung erhielten. Genau hier, am idyllischen Ferienanwesen der Familie Kopp beginnt unsere Radl-Wander-Kombi.

Wir wollen das Rad nur für die zeitliche Verkürzung des Weges zum Schwarzwihrnberg nutzen. Wir folgen dem direkt an der  alten Mühle Untermurnthal vorbeiführenden Schwarzachtal Radweg in Richtung der Eixendorftalsperre bis zur Fussgängerbrücke über die Schwarzach.

Schwarzach Fußgängerbrücke bei Untermurnthal

Nach dem Wechsel auf die andere Flusseitee folgen wir der Fahrstraße in Richtung Thanstein. 300 m nach der Reimersäge geht rechts den Schotterweg im bergauf. Der Plan ist die Radl an der Sattelhütte abzustellen und dann über die „Steinerne Wand“ zur Schwarzenburg auf dem Schwarzwihrnberg zu laufen. Eine Fehlentscheidung führt uns etwas zu weit bergauf, so dass wir die Räder am Ende der Schotterpiste an einem Jägerstand abstellen. Es geht steil über einen gut begehbaren Holzfällerweg (Vorrückweg) steil bergauf bis wir den Pfad zum Eibenstein (708 m) kreuzen. Diesen besteigen wir nicht, sondern folgen dem Pfad etwa 500 m bergab bis wir auf den Goldsteig (Fernwanderweg von Marktredwitz nach Passau) treffen. Rechts bergab bis großen Wegkreuzung an der Sattelhütte. Der Pfad zur  „Steinernen Wand“ ist perfekt markiert. Nach einigen Minuten erreichen geht der Waldpfad in einen Weg aus aufgeschichteten Steinen über und dann führt er direkt über die gratartigen Felsbrocken der „Steinernen Wand „.

Steinerne Wand

Die Baumwipfel sind neben und unter uns und der Weg könnte auch als Baumwipfelpfad gekennzeichnet werden. Dann wäre eine direkte Zufahrt per Kfz sicher zu stellen und selbstverständlich auch ein Eintritt im zweistelligen Eurobereich zu verlangen. Da dies Gott sei Dank nicht der Fall ist dürfen wir ungestört die herrliche Aussicht auf das Deutsch-Tschechische-Grenzgebiet und Oberpfälzer Wald genießen.

Steinerne Wand

Der Pfad über die „Steinerne Wand “ ist gut mit Holzgeländer versichert, trotzdem ist mit kleinen Kinder aufgrund der steilen Felsabbrüche etwas Vorsicht geboten. Es ist bereits kurz vor Zwölf und wir freuen uns auf ein zünftiges Mittagessen und eine Halbe Bier auf in der Burggaststätte der Schwarzenburg.  

Schwarzenburg

Dort angekommen müssen wir feststellen, der sanfte Tourismus auch zur Folge hat, das die Burggaststätte nur Mittwochs ab 18:00 Uhr und an den Wochenenden geöffnet hat. Die Aussicht vom Burgturm ist grandios, doch der Hunger treibt uns zum Rückweg zu unseren Rädern.

Turm der Schwarzenburg / Schwarzwihrnberg

Dort angekommen geht es  rasant bergab und dann auf gleicher Höhe weiter zum Bärenbrunnen auf den Taubertalwiesen.

Bärenbrunnen

Immer weiter sanft bergab auf einem gut fahrbaren, breiten Schotterweg zum Schellhof mit seiner wunderschönen Kapelle am Eingangstor.

Kapelle am Schellhof

Nach kurzer holpriger bergab Fahrt überqueren wir die Fußgängerbrücke über die Schwarzach und erreichen nach kurzem Weg auf der ehemaligen Schwarzachtalbahnstrecke die Museumschänke „Gasthaus Salzfriedl“ des Oberpfälzer Handwerksmuseums. Ja – sie hat geöffnet und wir werden hier etwas zu Essen und zu Trinken bekommen. Glück gehabt – bis 14:30 Uhr gibt es warme Küche und wir könne fünf Minuten vorher bestellen. Gestärkt mit Knödlgröstl und einem Eisbecher machen uns auf den Weg nach Rötz. Dort wollen wir noch etwas einkaufen und dann dem Schwarachtal-Radweg zurück nach Untermurnthal folgen. Nach Rötz und wieder zurück zur Museumsschänke ist es eine sehr angenehm ebene Fahrt auf der ehemaligen Bahnlinie. Doch nach wenigen hundert Metern verschwindet die ehemalige Bahntrasse im Stausee und wir müssen mit  viel Auf und Ab den etwas mühsamen Weg über den Campingplatz, vorbei an der riesigen Brücke bis zur Talsperre nehmen. Es ist noch zu erwähnen, dass zu unserer Zeit im August vom Baden im See abgeraten wurde.

Nach der Talsperre geht es dann wieder angenehm eben über den Schwarzachtalbahn-Radweg zurück zum idylischen Feriendomizil Untermurnthal bei der Familie Kopp. Knapp 40 km haben wir auf dem Tacho. Bei einer Tasse selbst zubereiteten Cappuccino und Apfelkuchen lassen wir den herrlichen Tag im Garten der ehemaligen Untermurnthaler Schleife ausklingen.

Schwarzach

Schon etwas verrückt, wie sich ein Ort der ursprünglich für harte Arbeit stand, in ein Kleinod zur Erholung und Regeneration gewandelt hat. 

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