Off The Beaten Track – Travelblog

Rumänien – Karpaten – E8

Rumänien – Karpaten – Fernwanderweg E8

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Anreise
Tag 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 
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Warum ?

Warum Rumänien ? Warum in ein Gebirge wo Bären und Wölfe heimisch sind und zum Alltag gehören ?
Weil mir zwei wundervolle rumänische Handwerker von Ihrer Heimat Kronstadt und die umliegenden Gebirgszüge erzählt haben. Freundliche, super hilfsbereite Menschen, unberührte und spärlich erschlossene Wandergebiete in einer Region die vom deutschen Wandermainstream noch nicht entdeckt wurde. Außerdem gibt es einen lange Zeit nicht  eindeutig definierten Fernwanderweg , welcher den gesamten Karpatenbogen mit seinen vielen hohen und flachen Gebirgen durchquert.
Der Fernwanderweg E8 beginnt in Dursey Head in Irland und führt über England, Niederlande, Deutschland, Österreich, Slowakei, Polen, (Ukraine), Rumänien, Bulgarien über 7500 km in die Türkei nach Istanbul. Die Wegstrecke des E8 mit GPS-Daten in Rumänien wurde erst 2017 festgelegt. Start des rumänischen Teil des E8 ist der ukrainisch-rumänische Grenzübergang Sighetu Marmatiei. Nach etwa 1460 km und durch den ganzen Karpatenbogen endet der rumänische Teil des E8 am Grenzübergang Dobera-Turnu Severin.
Pierre und ich kennen nun schon ein wenig den Balkan, aber mit der rumänischen Wildnis haben wir noch keine Erfahrung. Daher planen wir unsere vierzehn tägige Wanderung im noch ganz ordentlich mit Berghütten erschlossenen Gebiet um Kronstadt und wollen dort Teile des Fernwanderweges E8 laufen. Euch erwartet an dieser Stelle ein Livebericht vom Fernwanderweg und den Bergen mit den zugehörigen GPX-Daten. Wenn Ihr Lust bekommen habt lest den Blog, kritisiert, verbessert  oder nutzt einfach die Daten für eine eigene Wanderung.   

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Planung

Für die geplante Wanderung müssen wir aufgrund der unsicheren Bewirtschaftung der Hütten wohl oder übel ein Zelt, Isomatte und unseren kleinen Primus Gaskocher mitschleppen. Falls es uns doch noch gelingt eine durchgehende Reservierungskette der Unterkünfte sicher zu stellen bräuchten wir erst ab dem zehnten Tag wenn’s ins Fageras geht unsere Zeltausrüstung. Diese könnten wir uns dann ins letzte befahrbare Tal bringen lassen. Ich bin gespannt wie es ausgeht. 

Wie in den letzten Jahren, werden wir mit über unsere elektronischen Helferlein Android mit der App OSMand navigieren. Für den Blog und die Navigation haben wir drei kleine Geräte (2 Smartphones / 1 Tablet) auch wegen der Ausfallsicherheit dabei. Mit drei Powerbanks a 10.000 mAh sind wir in der Lage über die Smartwatch Garmin fenix 5 plus mindestens vier Tage ohne Stromnetz den Track zu loggen, zu navigieren und den Blog zu schreiben. Die Smartwatch von Garmin ist für das Loggen des Tracks ideal, da sie einen Tag Trackaufzeichnung durchhält und dabei nur 1/5 der Energie eines Smartphone Akkus benötigt. 

Für die Übernachtung im Freien ist wegen der Bärenpopulation die Ausrüstung noch etwas angepasst worden.
Bärenklingel am Rucksack- klingelt wenn ein Bär in der Nähe ist ;-).
10-12 m Seil um den Rucksack in der Nacht an eine Ast zu hängen. Pfefferspray – ich weiß nicht ob es hilft, oder ob ich man im Fall der Fälle überhaupt in der Lage ist es zu verwenden – aber es war eine Empfehlung aus einem Ratgeber. Ich hoffe ich brauch es nicht, dann dient es wenigsten zur Gewissensberuhigung.
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Etappen und aufgezeichnete GPS-Files

E8-Fernwanderweg (E8 download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte ) – aus den aufgezeichneten Tagesetappen habe ich versucht den Teil der offiziellen E8 Strecke um Brasov herum zu extrahieren und in einem GPX-Track zusammen zu fassen. Der Track ist detaillierter und genauer als der offizielle GPX-Track.
E8 GPX-Track 100 km um Brasov 

Gesamtstrecke: 118551 m
Maximale Höhe: 2520 m
Minimale Höhe: 690 m
Gesamtanstieg: 9877 m
Gesamtabstieg: -9926 m
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Tag 1 ( download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte) – Wanderung (7,2 km  / AUF 920 m / AB 30 m) – Brasov – Timisu de Jos zur Cabana Piatra Mare über die Schlucht Canionul Sapte Scari
Unterkunft: Cabana Piatra Mare  +40-744-322632, eMail: yo6hsh@yahoo.com (war bei uns per tel/eMail nicht erreichbar – besser SMS senden dann klappt’s)

Tag 2 ( download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte ): Wanderung (9,2 km / AUF 240 m / AB 1040 m)  – Cabana Piatra Mare – Timisu de Sus über Cascada Tamina und zurück per Anhalter nach Brasov
Unterkunft: Hotel Domeniul Dâmbu Morii +40 771 700 800

Tag 3 ( download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte ) Wanderung E8 Etappe 49  / Rother 57 ( 12,4 km / AUF 1150 m / AB 260 m) – Brasov – Gipfel Varful Postavarul – Cabana Postavarul
Unterkunft: Cabana Postavarul +40368 101 036

Tag 4 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte ): Wanderung E8 Etappe 50 / Rother 58 ( 17,6 km AUF 780 m / AB 1050 m) – Cabana Postavarul – Cabana Secuilor  – Cabana Diham
Unterkunft: Cabana Diham +40.726.203262

Tag 5 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte ): Wanderung E8 Etappe 51 zur Hälfte ( 11,9 km / AUF 1580 m / AB 400 m  )  Cabana DihamCabana Omu
Unterkunft:  Cabana Omu  +40 744 567 290

Tag 6 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte )  Wanderung  E8 Etappe 51 zweite Hälfte  (18,8 km  AUF 190 m / AB 1900 m)  bis Bran – hier gibt es viele Unterkünfte und Restaurants
Unterkunft:  Pension Casa Pandrea  / Strada Ioan Picu Băncilă 2 / 507025 Bran / Rumänien  +40 740 237 247

Tag 7 :  Ruhetag in Bran mit Schloßbesichtigung und Besichtigung der Zitadelle Rasnov

Tag 8 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte ): Wanderung Etappe E8 52 ( 14,8 km / AUF 1310 m / AB 640 m) Ortschaft Bran zur Hütte Cabana Curmatura
Unterkunft: Cabana Curmatur  +40.745.454184 

Tag 9 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte ) –  Gratwanderung im Königstein zum Vf. Turnu und über den Grat zum Vf. Ascutit und wieder zurück zur Hütet  ( 7,4 km / AUF 700 m / AB 700 m ) zurück zur Hütte Cabana Curmatura
Unterkunft: Cabana Curmatura  +40.745.454184

Tag 10 ( download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte ) – Wanderung Hütte Curmatura über die Crapaturii Scharte nach Plaiu Foii (13,7 km / AUF 380 m / AB 940 m)  Unterkunft 7Crai
Unterkunft 7Ceai  +40 733 142 255

Tag 11 ( download gpx über gpsies oder direkt unter der Karte ) Wanderung von Plaiu Foii auf den Vf. Timasu und Teilstück des E8 (11,5 km / AUF 900 m / AB 900 m) – Unterkunft 7Crai

Tag 12 ( download gpx über gpsies  oder direkt unter der Karte ) – Wanderung E8 Etappe 53 (13,7 km / AUF 380 m / AB 940 m) Cabana Curmatura  – Unterkunft 7Crai

 

Kartenmaterial ist verfügbar (siehe Links), leider nur in zu großem Maßstab für Wanderungen (1:70 000) oder in geeignetem Maßstab  für sehr kleine Gebiete. 

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E8 – hier findet ihr die GPX Files zum  downloaden (die Datei einfach per copy & paste in den Editor kopieren und unter einem Namen xxx.gpx abspeichern)

E8 – Kartendarstellung mit eingezeichnetem Verlauf

E8 – Teilstücke erklärt von Camillo Pötsch 

Wanderkarte Papier – Piatra Craiului – Bucegi – Postavarul – Piatra Mare – Ciucas (1:70.000)

Wanderkarte Papier – Fagaras  – Doppelkarte (1:75.000 / 1:35.000)

Wanderkarte Papier – Postavaru – Piatra Mare – Baiului (1:45.000)

Wanderführer Rother Südkarpaten 

 

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Anreise – München – Sibiu – Brasov (13.07.2019)

7:00 Flughafen München. Wieder einmal ersparen uns die beiden Rucksäcke mindestens eine Stunde Wartezeit am Schalter, weil sie direkt am wenig frequentierten Sperrgepäckschalter aufgegeben werden dürfen. Sicherheitskontrolle, Passkontrolle alles läuft sehr organisiert mit bayerischer Bestimmtheit und deutscher Korrektness ab.

Anflug auf Sibiu

Nach eineinhalb Stunden Flug und zwei Stunden Zeitverschiebung erreichen wir um 11:30 Sibiu (Hermannstadt).

Ankunft in Sibiu

Alles läuft wie am Schnürchen. Laurentiu sammelt uns am Flughafen auf und macht noch einen Abstecher beim Explorer Outdoorshop in Sibiu und dann geht es auf 130 Landstraßenkilometer nach Brasov (Kronstadt). Einige transsilvanische Spezialitäten lernen wir sehr schnell. Sicherheitsgurte sind unpopulär und werden nicht verwendet. Das lästige Warnpiepen wird mittels eines Sicherheitsgurtdummysteckers eliminiert.

Gurtpflicht ?!?

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind Richtwerte und werden gerne einmal um den Faktor zwei überschritten. In Kurven muss die eigene Spur verlassen werden und die Gegenfahrbahn möglichst in voller Breite befahren werden. Der Überraschungseffekt wenn doch einmal ein Fahrzeug entgegen kommt
verhindert das Einschlafen der Verkehrsteilnehmer. Strecke Sibiu – Fageras flach und landwirtschaftlich geprägt. Viele leerstehende Häuser. Nach Fageras wird die Landschaft hügeliger und die kleinen Städte wirken lebendig und ansprechend. Brasov liegt am Fuße des Karpatenbogens, der wie ein Hufeisen Brasov südlich umschlingt. Drei Uhr Mittag – wir gehen von unserer Pension Stejris der hinunter in die Stadt.

Pension Stejris


Brasov, eine tolle sehr gepflegt Stadt mit alten Häusern aus der Zeit um 1900.

Brasov Zentrum

Die Fußgängerzonen top renoviert, außerhalb eine Bausubstanz mit deutlichem Renovierungsrückstand.

Regenschauer in Brasov

Mehr oder weniger zufällig fallen wir in das unserer Meinung nach beste Cafe in Brasov. Bei der Auswahl an Kuchen müssen wir unbedingt einen weiteren Besuch einplanen.

Cafe Saray Brasov

Die Stadt mit ihren vielen Restaurants und Cafes macht auf uns einen ruhigen, entspannten Eindruck.

Wunderschöne Innenstadt Brasov


Hoch über dem Zentrum hängt nach amerikanischem Vorbild gut sichtbar bei Tag und bei Nacht der Schriftzug BRASOV.

Blick auf die Altstadt von Brasov

Ein echter Geheimtip zum Abendessen ist das Restaurant Roata Norocului etwas außerhalb des Stadtzentrums.
Erkenntnis – wer nicht an der Straße läuft, der länger lebt.

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Tag 1 – Timisu de Jos (Brasov) – Cabana Piatra Mare  7,2 km / 950 Hm (14.07.2019)

 

Gesamtstrecke: 7388 m
Maximale Höhe: 1636 m
Minimale Höhe: 710 m
Gesamtanstieg: 993 m
Gesamtabstieg: -67 m
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E8 Fernwanderweg Information:

Wir haben (noch) keine Markierungen zum E8 gefunden.

Der eigentliche Wegverlauf des E8 erfolgt entgegen unserer Laufrichtung von der Hochebene des Gipfels Piatra genauer gesagt von der Stana Piatra Scrisa (siehe morgige Tour) über die Hütte Piatra Mare hinunter zur Schlucht Sampte Scari und weiter nach Timisu de Jos. Diese Laufrichtung ist sehr ungünstig, da es verboten ist die imposante Schlucht von oben nach unten zu begehen. Man verpasst also den schönster Teil, oder man steigt von unten noch einmal in die Schlucht ein. Wenn Ihr den E8 geht ist es vielleicht besser die Route etwas abzuändern. 

Für alle die es einmal nach Brasov verschlägt ist die Pension Stejris zu empfehlen. Heute morgen überrascht uns ein aus liebevoll und individuell zubereitetes Frühstück aus lokalen Produkten.

Frühstück in der Pension Stejris

Für den Vegetarier gab es einen Gemüseteller mit Käse und zwei Spiegeleiern und selbstgemachte Pfirsichmarmelade. Um 8:30 sind wir startbereit. Heute ist Premiere – wir Ubern zum ersten Mal. Auf die Minute pünktlich steht das Uber-Taxi vor der Tür und bringt uns zum Startpunkt der Tour nach Timisu de Jus. Wegen fehlender Internetverbindung bezahlen wir Cache – das war ja einfach.
Endlich geht es los. Heute wollen wir durch die Schlucht Sapte Scari zur kleinen Berghütte Piatra Mare auf 1635 m aufsteigen.

Start in Timisu de Jos

Nach einigen Warnhinweisen zur Bärenpopulation in diesem Gebiet zieht sich der breite Schotterweg am Bächlein entlang.

Nach 300 m auf der linken Seite bewegt sich an einem Baum etwas – langsam nähern wir uns an und wir können es nicht fassen. Es ist genau so wie es uns alle Daheimgebliebenen prophezeit haben. Wir stehen direkt vor unseren ersten Beeren.

Die ersten Beeren

 


Eine solche Vitaminspritze am Morgen kann ich nicht auslassen und kaufe ein, Körbchen der frisch gepflügten Beeren.
Wir wundern uns über die Stahlseile, welche sich von Baum zu Baum den Bachlauf hinauf ziehen. Nach und nach wird es klarer. Hier wurde ein riesiger Flying Fox ( Seilbahn in die man sich mit seinem Klettergurt einhängt und von Baum zu Baum rollt) mit mehr als 30 Sektionen gebaut. So ist es möglich vom 3 km entfernten und 200 Hm höher gelegenen Einstieg in die Schlucht über die Seile hinunter ins Tal zu gleiten.

Flyung Fox Sektion

Leider führt unsere Tour nur über diesen Weg bergauf, so dass wir den Mega Flying Fox nicht testen können.
Unterhalb dem Eingang zur Scari Schlucht bezahlen wir noch 10 Lei Eintritt und schon geht es rein die kaum fünf Meter breite Schlucht. Bereits die zweite Leiter führt unterhalb eines Wasserfalls senkrecht mehr als 15 Meter die Wand hinauf. Wasser von oben macht die Tritte und den Handlauf glitschiger als es einem lieb ist.

Steile Leiter in der Schlucht Sapte Scari

Über sieben Leitern und einige Podeste geht es durch die enge Schlucht. Das Wasser ist mal über und und mal unter uns.

Schlucht Sapte Scari

Schade – nach einer halben Stunde ist das Naturschauspiel schon wieder vorbei. Der Weg zieht sich steil im schmal eingeschnittenen Tal hinauf. Die letzten Touristen haben wir hinunter uns gelassen und steigen einsam in urwaldähnlicher Umgebung hinauf.

Nach gut drei Stunden Gehzeit erreichen wir das Ende des Taleinschnittes und stehen auf einer grasigen Hochebene. Direkt vor uns die Ruine der alten Hütte Piara Mare und 100 m entfernt die kleine neue Hütte.

Die Ruine der alten Hütte Piatra Mare

Die Wolken werden dichter und ein dumpfes Donnergrollen erfüllt die harmlose Bergwelt.

Hütte Piatra Mare

Begrüßt werden wir von den fünf Lasteseln der Hütte. Es ist 12 Uhr und wir haben einen ordentlichen Hunger. Kartoffelsuppe, Bier und zum Nachtisch eine Spezialität Salam de Bisquiti ( für uns ähnlich Kalter-Hund nur nicht o hart und süß).

Gaststube

Ein Lager für die Nacht gibt es auch und so ist der erste Tag gerettet. Für alle die auf der Hütte Piatra Mare reservieren wollen ist wichtig zu wissen, das die Telefonverbindung nur sporadisch funktioniert und man daher besser eine SMS schreibt. Die Hüttenwirtin antwortet dann gerne und die Reservierung klappt. Die Hütte ist urig. Alles spielt sich in zwei Räumen ab. Gaststube, Küche und über eine geöfnete Decke hat man den direkten Blick ins darüber liegende Lager (10 Plätze).

Lager auf der Hütte

Wenn wir Glück haben trauen sich die Wanderer bei dem nassen Wetter nicht hinauf und wir haben das Lager für uns alleine.
Wir haben Zeit und so kann ich gemütlich etwas schreiben und Pierre flickt seine Hose.

Pierre bei der Arbeit

Es ist Abend geworden und wir haben die Speisekarte das zweite Mal hoch und runter gegessen. Das Frühstück für morgen haben wir auch klar gemacht – hier müssen wir uns nicht umstellen. Eier, Brot und vielleicht noch einmal Kartoffelsuppe. Eine Sache sollte nicht unerwähnt bleiben. Die Hütte liegt auf einem kleinen Plateau. Wasser ist knapp und so muss die Versorgung und Entsorgung wohl überlegt sein. Das stellt sich in der Praxis so dar, das die Frischwasserquelle am Rinnsal 100 m entfernt vom Haus  liegt und unterhalb im Wald gut 200 m entfernt von der Hütte der Premiumdonnerbalken platziert ist.

Premiumdonnerbalken 

Da überlegt man sich genau ob man muss und wann man muss.

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Tag 2 – Cabana Piatra Mare  – Timisu de Jos 9,2 km / 250 Hm (15.07.2019)

Gesamtstrecke: 9391 m
Maximale Höhe: 1846 m
Minimale Höhe: 804 m
Gesamtanstieg: 334 m
Gesamtabstieg: -1150 m
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Halb Sieben ich schau aus dem Fenster – Milchsuppe. Kaum 50 m Sicht. Wir hängen mitten in den Wolken.

Hütte Piatra Mare heute Morgen in Wolken

Die Hüttenwirtin ist gestern doch noch ins Tal abgestiegen und so wird es zum Frühstück wieder Kartoffelsuppe mit Ei geben. Wir haben Glück – die Kartoffelsuppe ist aus, es gibt Omelett und Kaffee.

Deftiges Hüttenfrühstück

Langsam werden wir mit dem Hüttenwirt warm. Er spricht mit uns und empfiehlt die beste Wetterapp (meteoblue) für die Region. Dann zeigt er uns wie vor einigen Wochen zwei Bären direkt vor der Hütte am Müllofen gegessen haben. Denen will ich nicht begegnen – sie sind größer als ich gedacht habe. Vielleicht schaffe ich es Euch das Video einzustellen. Es hat geklappt – danke an Jan der den Clip so schnell erstellt hat. 

 

 

Gegen halb neun ziehen wir los, die Wolken hängen tief und die Luft ist nieselfeucht.

Aufstieg zum Varful Piatra Mare

Schon nach wenigen Minuten treffen wir auf zwei Schäfer, die mit Ihrer Herde in Richtung der Hütte ziehen. Die Schafe mit ihren Korkenzieher-Hörnern sehen lustig aus.

Mitten in der Schafsherde

Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir den Gipfel Piatra Mare auf 1855 m. Gut die Aussicht ist sehr mager und beschränkt sich auf ein paar Meter um uns herum, aber wenigstens regnet es nicht.

Am Gipfel des Piatra Mare

Über die Grashügel der Gipfelkette des Varful Piatra Mare steigen wir zur Waldgrenze ab.

Abstieg vom Gipfel des Piatra Mare

An der  Stana Piatra Scrisa Schäferhütte verläuft der Fernwanderweg E8 links nach Süden. Wir folgen dem Weg zur Cascada Tamina und weiter nach Tamisu de Sus. Es beginnt zu regnen und hört leider auch nicht mehr auf. Steil und matschig ist der Abstieg zur Schlucht Cascada Tamina.

Nasser Abstieg

Es regnet leider immer noch, doch wir nehmen den Abstieg in die Schlucht. Der Hinweis auf der Tafel, das sich hier wegen der Abgeschiedenheit und der Lage und der großen Population viele Bären aufhalten, nehmen wir sehr ernst und steigen unter lautem Pfeifen und Klingeln hinunter zum Bach.

Warnhinweis im Bärengebiet

Die Schlucht ist eng und der Weg hinein führt über ein Provisorium von Brettern und Leitern. Weiter hinten erkennen wir eine lange Leiter unter einem Wasserfall.

Schlucht Cascada Tamina

Aufgrund des Regens wollen wir nicht tiefer in die enge Schlucbt hineinsteigen und entscheiden uns umzukehren.

Wieder zurück auf dem Wanderweg erreichen wir nach einer halben Stunde Matschabstieg die Hauptverbindungsstraße zwischen Brasov und Bukarest. Unsere Kleidung ist gezeichnet vom Matsch und Regen. Trotzdem hält schon nach weniger als fünf Minuten daumen-raus-hängen ein Dacia an und lässt uns einsteigen. Der Beifahrer schaut Zeichentrickserien und der Fahrer braust die regennasse Straße im typisch rumänischen Überholstiel hinunter. Wir kommen uns vor wie bei einer Ralley nur dass vor uns nicht die Fans zur Seite springen, sondern der überholende Gegenverkehr wieder auf die eigene Fahrbahn einschert. Ich bin so beeindruckt, das ich nicht merke das unser Fahrer an unserer Unterkunft vorbeigeschossen ist. OK – das bedeutet – raus in den Regen und eine halbe Stunde zurück wandern. 

Die Unterkunft das 3 Sterne Hotel Domeniul Dambu Morii ist das Kontrastprogramm zu Hütte gestern.

Leider war heute ein Regentag und der Pool viel zu kalt

Ich möchte feststellen, das Personal ist überaus tolerant. Den See welchen unsere triefnassen Kleider hinterlassen haben nehmen sie locker hin.

Ganze Arbeit – der Stuhl hat kollabiert

Selbst der Tuborg Balkonstuhl der unter meinen 90 kg kollabierte wurde sehr zuvorkommend zur Reparatur abtransportiert.

Der zerlegte Stuhl wird abtransportiert

Das war eine Komplettzerlegung. Die Erfahrung zeigt – die wahren Gefahren liegen meist im Verborgenen. 

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Tag 3 – Timisu de Jos – Cabana Postavaru 12,4 km / 1150 Hm (16.07.2019)

Gesamtstrecke: 12593 m
Maximale Höhe: 1810 m
Minimale Höhe: 692 m
Gesamtanstieg: 1237 m
Gesamtabstieg: -347 m
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Das Frühstücksbuffet ist sehr umfangreich und eine willkommene Abwechslung zum Hüttenessen. Wenn wir einmal wieder in die Verlegenheit kommen ein Hotel auszuwählen wird es eines mit vier Sternen. Dann halten hoffentlich die Stühle mehr als nur 90 kg aus und die Verunreinigungen auf dem Tischtuch der letzten Gäste werden nicht durch die Serviette und das Besteck überdeckt, sondern gewechselt.

 

Genug gemeckert – jetzt geht es los. Wir laufen wieder zur uns bekannten Hauptstraße und versuchen zu trampen.

Trampen geht schneller als Ubern

Das klappt prima. Nach drei Minuten stoppen zwei nette ältere Herren und nehmen uns die drei Kilometer zu unserem Toureinstieg mit. Wichtig für die Zukunft – immer etwa Kleingeld dabei – vereinfacht die Bezahlung. 2 Lei (50 Cent) war auch ein Sparpreis der Senioren. Wir  geben einen Zehner und marschieren im Sonnenschein im Tal entlang.

Sendezentrale Brasov 😉

 

Weg im Tal bei Halta

In Halta zieht der E8 linksseitig dem Bach entlang und dann auf der Kante steil den Waldhang hinauf. Urwaldähnlicher Laubwald zieht sich weit bis auf 1450 m. Laut pfeifend und mit den Bärenglocken klingelnd ziehen wir den Pfad bis zum Übergang in den Nadelwald hinauf.

Steile Bergwiese

Dann wird es richtig anstregend. Die Strecke ist gut mit blau weißen Zeichen markiert, nur leider gibt es keinen Weg dazu. Es ist sehr steil und der Sturm hat unzähligen Bäume kreuz und quer in unsere Route geschmissen. Oben rum, unten rum und über die Bäume kämpfen wir uns schlußendlich über eine Wiese und einen weiteren steilen bewaldeten Hang bis zum Gipfelgrat des  Varful Postavaru (1799 m) hinauf.

Mühsamer Aufstieg über Sturmholz

Hier steht das für uns erste Zeichen zum Fernwanderweg E8. 

Zu unserer Enttäuschung sind wir hier nach dem einsamen Aufstieg nicht alleine. Der Touri-Highway führt von der 500 m entfernten Gondelstation direkt über den mit Eisengeländer gesicherten Gipfelaufstieg des Varful Postavaru.

Gipfel Postavaru (1799 m)

Naja – die grandiose Aussicht auf Brasov, den gestern bestiegenen Piatra Mare und das Königsteinmassiv entschädigt für die ein oder andere peinliche Selfiedarstellung auf dem Gipfel. Es ist 13 Uhr und die Wolken verdichten sich wie in den letzten Tagen. Wir verlassen den Gipfel und den Gondelbereich und steigen einige hundert Meter hinunter zur Hütte Postavaru.

Cabana Postavaru

Wie schon beim Aufstieg entdecken wir am Weg Losungen von Tieren. Laut klingelnd und pfeifend erreichen wir die sehr komfortable Hütte.

Liebevolle Einrichtung drr Cabana Postavaru

Der Fernwanderweg E8 ist hier durchgängig beschriftet. Riesige Hütte mit super netten Wirtsleuten Rolf und Franziska die uns zuvorkommend auf deutsch (das machte leichter) zu den typisch rumänischen Gerichten aufklären. Hier bleiben wir und bestellen uns ein Bier auf der Sonnenterase.

Erholung auf der Sonnenterasse

Die Wirtin setzt sich zu uns. Wir diskutieren über rumänisch und deutsche Küche – ja wir hatten Hunger – doch dann kam das Gespräch schnell auf das all gegenwärtige Thema der Bären zu sprechen. 

An dieser Stelle der Warnhinweis das Folgende nicht FALSCH zu  verstehen. Der Wanderer wird in Rumänien nicht sofort vom Bär angegriffen oder aufgefressen. Mit ein paar Grundregeln wie um Beispiel der Lärm während man wandert kann man sich in den Karpaten sehr sicher bewegen. 

Im Gespräch erfahren wir jedoch auch die Probleme, welche nicht  nur die Bergbewohner mit dem Jagdverbot der Bären haben. Die Population im rumänischen Gebiet um Brasov ist mit über 5000 Tieren sehr groß. Die Tiere kommen aus den Bergen in tiefere städtische Regionen und zerlegen die Mülleimer und Fressen in den Obstgärten. Auch um die Hüten sind die Bären präsent und man muss auch in den Abendstunden, aber besonders in der Nacht wachsam und vorsichtig sein. Hat sich der Bär einmal an die Hüttensituation gewöhnt, holt er sich auch einmal eine Zuckerdose aus der Hüttenküche. Das alles wohl gemerkt ohne einen großen Schaden anzurichten. Für die Bergbevölkerung die hier jeden Tag mit Ihren Familien und den wilden Tieren leben müssen keine einfache Situation. Sie sprechen sich nicht für eine Eliminierung der Bären aus, sondern drängen auf eine geringere Population die der Fläche und dem Leben in den Bergen gerecht wird. 

… viel Spaß beim Bloggen

 

 

 

 

 

 

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Blick von der Cabana Postavaru auf Brasov

Für alle für die Outdoornavigation in etwa so wichtig ist wie mit Elon Musks SpaceX auf den Mars zu fliegen, die solten jetzt nicht weiter lesen. Da das Kartenmaterial in diesem Gebiet sehr lückenhaft und häufig mit einer Auflösung von 1:70.000 eher einer Straßenkarte zum autofahren als einer Wanderkarte entspricht, habe ich mich für zwei redundante Androidgeräte mit der App OSMand und den zugehörigen digitalen OpenStreetMapWanderkarten entschieden ( Preis free oder für Pro Version weniger als 10 Euro). Das Android Tablett ist nur zum bloggen an und dient als Ersatz, wenn das Handy in die Felsspalte fällt, oder vom Bär gefressen wird. Auf beiden Geräten sind alle geplanten Tracks zur Darstellung in OSMand vorhanden. Mit dem Android Huawei P20 pro tracke ich die Strecke lokal alle 30 Sekunden jnd sende alle 2 Minuten den Standort zum Livetrack auf der Webseite. Das Smartphone hält so 10 Stunden durch. Die ideale Ergänzung in diesem Jahr ist die Outdoor-Smartwatch Garmin fenix 5 plus. Die Uhr hat ebenfalls das komplette Kartenmaterial und alle geplanten Tracks gespeichert. Sie wird unabhängig vom Smartphone mit ihrem integrierten GPS-Empfänger betrieben. Somit werden gleichzeitig zwei Tracks aufgezeichnet und zur Orientierung und Navivation stehen jeder Zeit mit der Uhr, dem Smartphone und dem Tablett drei unabhängige Geräte zur Verfügung. Die Uhr hat den Vorteil, dass das transreflektive Display stets aktiv ist und trotzdem ein kompletter 10 Stunden Tag getrackt werden kann. Die Uhr benötigt nur 1/10 der Energie des Smartphones und ist 100% wasserdicht. Die Energieversorgung läuft über drei Powerbanks mit jeweils 10.000 mAh und einem Gewicht von knapp 900 g. Dazu kommt ein 5-fach USB Schnellladegerät von Anker (300 g). Mit der Ausrüstung kann man ohne Probleme drei Tage tracken, navigieren und bloggen und im Notfall mehr als eine Woche navigieren.

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Tag 4 – Cabana Postavaru – Cabana Diham 17,6 km / 780 Hm (17.07.2019)

Gesamtstrecke: 17762 m
Maximale Höhe: 1637 m
Minimale Höhe: 848 m
Gesamtanstieg: 777 m
Gesamtabstieg: -1049 m
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Zur sehr hübschen Hütte Postavaru gibt es  noch eine  nette Geschicbte. Wir haben erfahren das wir sehr sicher untergebracht sind, denn es gibt eine 24/7 Gendamerie Station in der Hütte. Die Station ist stets von zwei Gendarmen besetzt um bei Straftaten im Ski- und Ausflugsebiet sofort Vorort zu sein. Sie wohnen bei freier Kost und Logie auf der Hütte. Wenn es auf der Hütte im Winter richtig hoch her geht und gerade kein Kriminalfall zu lösen ist, werden die zwei Gendarmen zum Kartoffelschällen verdonnert. Das selbstverständlcich ohne Uniform, weil es ja nicht zu den Kernaufgaben der Beamten gehört.

Kurz vor neuen brechen wir auf und gehen noch lauter klingelnd und pfeifend urch den Wald. Immer wieder treffen wir auf dem schmalen Weg am Hang entlang auf Bärenlosung.

Bärenkacka

Lärm machen ist die einzig mögliche Präventivmassnahme um ein Treffen zu vermeiden.

Nach einer halben Stunde überschreiten wir den bewaldeten Kamm und kommt wie es komen musste. In einer sehr steilen Rinne zieht sich der glitscbige Weg ohne größere Kurven in die Tiefe. So geht das fast eine Stunde lang.

Steiler Abstieg zur Cabana Secuilor

Kleiner positiver Aspekt heute – die umgefallenen Bäume müssen wir nicht umklettern. Hier war schon mal jemand mit der Kettensäge am Werk und hat den Weg freigesägt. 

Bergabgehen kann so anstregend sein. Als wir auf den Laubwald treffen ist der Weg zwar da, aber die Sträucher und Bäume haben ihn überwuchert. 

Plötzlich und unerwartet haut Pierre einen raus: “Wenn nicht das ständige Gebimmel der Bärenglocken wäre, dann wäre es eine sehr erholsame Tour”. Das ist echt der Knaller, die Tagesetappen sind erholsam nur der Lärm nervt. Also die besten Voraussezungen für die kommenden Etappen. 

Nach rei Stunden erreichen wir das mit dem Auto erreichbare Ausflugsziel Cabana Secuilor.

Blick auf die Cabana Secuilor

Traumhaft, herrlich und genau zum richtigen Zeitpunkt. 2 Bier, Polenta, gegrilltest Gemüse und zum Nachtisch ein Schokofrappe. Der zweite Teil der Etappe kann kommen. 

Vorbereitung für mein gegrilltes Gemüse

Für alle E8 Wanderer – ab der Cabana Secuilor gibt es zwar noch Wegmarkierungen, aber keinen Hinweis auf den Fernwanderweg E8. Außerdem ist die Wegführung  bis kurz vor das Tagesziel Cabana Diham sehr sehr abenteuerlich. Der GPS-Track muss oft weiterhelfen. 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Wir haben wieder einen ganz lieben Begleiter. Schlappohr folgt uns schon kurz nach unserer Mittagspause.

Schlappohr ist heute unser Pflegehund

So richtig wissen wir nicht, ob Schlappohr uns bei der Bärenverscheuchung hilft oder eher ein Problem ist. Egal – ändern können wir es eh nicht. Er folgt uns auf Schritt und Tritt.

Landwirtschaft

Irgendwann haben wir einen Bachlauf erreicht und es geht über eine unendlich lange, feuchtwarme und über eineinhalb Meter hohe wilde Wiese quer Feld ein 300 Höhenmeter hinauf. Weglos, dampfig und sehr steil bergauf, das wünscht man sich nicht.

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Selbst Schlappohr läuft jetzt nicht mehr voraus, sondern in der von Pierre gelegten Spur. Irgendwann erreichen wir eine, Leitplanke und stehen direkt an einer viel befahrenen Passstraße. Das ist jetzt wohl der gefährlichste Abschnitt der Etappe. Die rumänischen Überholkünstler und die vielen LKWs machen uns ehrlich gesagt mehr Angst als die Bären. Schlappohr versucht noch die Reste einer plattgefahrenen Katze als Abendessen zu verspeisen, doch dazu ist Straße wirklich zu stark befahren. Nach eineinhalb Kilometern biegen wir links ab und kürzen querfeldein noch 500 m ab. Dann geht es auf einem Forstweg erst eben und am Ende leicht ansteigend zur Cabana Diham (1302 m). 

 

Cabana Diham (1302 m)

Schon von Weitem erkennen wir die große, vierstöckige Hütte. Kühler Empfang mit Sofortbarzahlungsaufforderung und natürlich ein Zimmer wo  ?  Im dritten Stock. OK, also noch die letzten 6 Höhenmeter hinauf. Ja die Decken haben maximal 2 m Höhe und biegen sich schon sichtbar durch aaaaber wir haben eine Dusche auf dem Zimmer. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie schön eine warme Dusche sein kann. Die letzten Sonnenstrahlen geniesen wir vor der Hütte mit Blick auf die morgige Etappe. Ziel der 2500 m hohe Gipfel des Omu. Für alle die noch nicht wußten was man so alles in den Bergen braucht hat der freundliche Discounter Lidl noch eine Hinweistafel vor der Hütte aufgestellt.

LIDL klärt auf was man in den Karpaten dabei haben muß

Ein bisschen traurig ind wir chon, weil Schlappohr uns verlassen hat. Er ist nicht mehr auffindbar. 

E8 Info: Keine Spur mehr von Markierungen, welche den Fernwanderweg E8 kennzeichnen. 

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Tag 5 – Cabana Diham – Cabana Omu 11,9 km / 1580 Hm (18.07.2019)

Gesamtstrecke: 12118 m
Maximale Höhe: 2512 m
Minimale Höhe: 1010 m
Gesamtanstieg: 1612 m
Gesamtabstieg: -461 m
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Heute Nacht war richtig was los. Erst in der Hütte und dann davor. Eine Jugendgruppe kam  22:30 Uhr von ihrem Ausflug zurück und machte richtig Party. Rumänischer Pop bis halb zwei. Um halb vier Uhr geht die Show dann vor der Hütte weiter. Gefühlt zehn Hunde bellen gleichzeitig – ist das ein Spektakel. Es ist Vollmond und wir schauen aus dem Fenster was sich vor der Hütte abspielt. Immer wieder sieht man schwarze Schatten – die Bären sind da. Aus dem dritten Stock sieht man dem Treiben sehr entspannt zu. Nicht auszudenken unten im Zelt zu liegen. Später treibt ein Hirte mit seinen Hunden die Kühe hinunter ins Tal. Kurz nach vier Uhr ist der Spuk vorbei.

Am Morgen bestätigt sich die Beobachtung. Die Bären haben die Müllereimer ausgräumt.

Bärenhunger

Die Cabana Diham versprüht den typischen 60er Jahre Ostblockflair, den ich noch aus meinem Dresdner Handballaustausch vor der Wende kenne. Kühler Kontakt, klare Rollenverteilung und man bekommt fast alles – wenn man danach fragt.

Nach dem typischen Frühstücksomelette starten wir auf unsere vorerst anspruchsvollste Etappe. Hoch, auf 2500 m direkt auf dem Omu Gipfel steht die Cabana Omu. Erst geht es einmal 200 Höhenmeter bergab und dann durch lockeren Laubwald mit idyllischen Bächen und Blumenwiesen.

Bachlauf am Aufstieg zur Cabana Malaiesti

Dann zwei Stunden hinauf zur Cabana Malaiesti. 

Cabana Malaiesti

Wir werden von einem überaus gut gelaunten Mitarbeiter der Hütte empfangen.

Der fröhliche Gaucho der Cabana Malaiesti

Die erste Frage war, ob wir einen Bären gesehen haben. Als wir es verneinen kommt es zu einer Vorführen zur Größe des Bären und mit welchem urbrünstigen Ruf man diesen vertreibt.  Für den Materialtransport ins Tal werden noch vier Pferde gesattelt.

Lastpferde der Cabana Malaiesti

Wir verlassen die bewaldete Zone und damit auch den Wirkungsbereich der Bären. Die Wiesen stehen in voller Blüte und ihr könnt Euch die Vielfalt der Pflanzen und bunten Blüten in solch einer Dichte nicht vorstellen. Wenn mich einer nach unberúhrter Bergidylle fragen würde, ich würde ihn hier her schicken.

Bergblumenwiese

Das Bild ändert sich schlagartig mit dem steilen Aufstieg auf ein 300 m höher liegendes Felsband. Teils mit allen Vieren und kleiner Kletterei im ersten Grad geht es steil bis zur senkrechten Felswand hinauf.

Kletterstelle im Aufstieg auf das Felsband

Dann folgt ein langer ausgesetzter Weg leicht ansteigend auf dem Felsband entlang. Es ergeben sich atemberaubendende Tiefblicke zur 300 m unter uns liegenden Malaiesti Hütte. Der Blick reicht über alle Stationen und Hütten der letzten Tage. Nach,durchschreiten eines Felstores geht es steil im Fels den Grat bis auf 2400 m hinauf.

Durvhstieg auf dem Felsband

Für alle E8 Fernwanderer – für diese Etappe ist Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein wenig einfache Kletterei erforderlich. Bei gutem, trockenen Wetter ein Genuß, sonst gerade bei Gewitter auf den Gratabschnitten gefährlich.

Wolkenspiel auf dem Grat zum Omu Gipfel

Wandern in den Karpaten ist einsam – das haben wir schon gelernt. Heute aber treffen wir etwa eine Stunde vor der Hütte auf drei Bergwanderer. Mit dem Gupfel des Bucsoiu (2493 m) haben wir fast die maximale Höhe erreicht. Leider geht es über den Grat, zur schon sichtbaren Cabana Omu noch eimal 150 Höhenmeter hinunter und natürlich wieder hinauf.

Aussicht vom Gipfel Omu

Die Wolken ziehen um die Gipfel und machen die Sicht zur immer wieder frei. Die Hütte ist echt der Hammer. Direkt in den Gipfelfelsen gebaut klebt die Hütte auf 2507 m am Fels.

Cabana Omu

Es ist kalt und bleibt kalt, denn die Hütte wird nicht geheizt und es gibt keinen Strom/Licht.

Gastraum in der Cabana Omu

Dafür bekommen wir eine Gemüsesuppe und einen warmen Kaffee. Das Abendessen fällt heute etwas kleiner aus.

Übersichtliches Abendessen für zwei Personen auf der Cabana Omu (2507 m).

Das Zimmerchen mit einem Stockbett hat alles was man braucht, sogar einen Stuhl der mein Gewicht erträgt. In der Gaststube hat es 16 Grad Celsius und meine Finger sind vom Tippen eiskalt. Große Überraschung – in unserem Zimmerchen wurde ein auf Gas umgestellter Kanonenofen in Betrieb genommen.

… und das Türchen bleibt natürlich offen

Jetzt müssen wir nicht frieren, sondern nur hoffen dass die Flamme nicht ausgeht, denn ein Sicherheitsventil kann ich nicht erkennen. Irgendwann in der Nacht ging die Flamme und auch das Gas aus. 

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Tag 6 – Cabana Omu – Stadt Bran 18,8 km / 190 Hm (19.07.2019)

Gesamtstrecke: 19167 m
Maximale Höhe: 2510 m
Minimale Höhe: 664 m
Gesamtanstieg: 304 m
Gesamtabstieg: -2039 m
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5:30 Uhr das erste Tageslicht fällt durch das winzige Fenster in unserem Zimmer. Die Berggipfel um uns herum sind frei von Wolken. Sonnenaufgang ist 5:45 Uhr und ich stürze ins Freien auf die kleine Erhebung hinter einem Gedenkkreuz.

Morgenstimmumg auf dem Varful Omul

Unter und über mir ziehen Wolkenfetzen über den Grat. Der Himmel ist zumgriefen nah. Die aufgehende Sonne drückt die Wolkendecke im Osten nach oben, kommt aber leider erst sehr viel später zum Vorschein. 

Cabana Omu

Kurz nach Sieben gibt es warmen Tee und ein Omlette im kühlen Gastraum. Dann geht es auch schon los auf die Etappe ins Tal hinunter nach Bran.

Cabana Omu (2507 m)(

1800 Hm und 18 km liegen vor uns. Der Weg führt gut mit Stangen markiert stufenweise über von Schafen beweidete Grashänge schnell bergab. Eine kurze und eine etwas längere Kletterstelle sind zu überwinden. Die angebrachte Kette ist mit den herausgerissenen Felsankern nicht sehr vertrauenwürdig, hält uns aber aus.

Abstieg von der Cabana Omu nach Bran

Auf ca. 1600 m Höhe treffen wir auf die Abzweigung zur Dracula Schlucht (Cascada Moara Dracului). Der Weg führt in 5 Minuten zu einem kleinen Wasserfall mit folgenden Kaskaden.

Cascada Moara Dracului

Für heute ist das, neben dem Abendbier unser Tageshighlight. An der Poiana Gaura (Schäferhütte) treffen wir nach langer Zeit wieder auf einen E8 Wegweiser. Zu unserem Erschrecken ist dort die verbleibende Restzeit mit fünf Stunden angegeben. Ups – wir sind schon drei Stunden unterwegs, das wird dann ein langer Wandertag. 

Hinter uns in den Felswänden grollt  der erste Donner. Noch einmal geht es steil bergauf. In der festen Überzeugung dass es jetzt  nur noch bergab geht schmerzen unsere Beine beim letzten 200 Hm Anstieg um so mehr. Kaum  haben wir die Anhöhe erreicht beginnt es auch schon zu regnen. Da trifft man den ganzen Tag keinen Menschen, aber gerade in dem Moment als wir auf unsere Regenhose wechseln und unterhosig im Wald stehen, spaziert ein Muskelshirt bekleideter Wandersmann  mit Fragezeichen in den Augen an uns vorbei. Der Regen wird stärker, nur noch drei Stunden bis nach Bran. Irgendwann nach 4 km auf der Teerstraße durch das Feriengebiet erreichen, wir  schließlich das Zentrum von Bran. Das erste Restaurant  Bulzu Branului ist unseres. Auf der Speisekarte findet man die traditionelle Bohnensuppe im Brotlaib und Polenta mit Käsefüllung, eine typische Schafhirten Mahlzeit.

Traditionell – Bohnensuppe aus dem Brotlaib

Bei mir waren mal wieder die Augen größer als der Magen und ich bestellte beides. Geschmeckt hat es vorzüglich, für heute bin ich satt.

Nur wenige Meter weiter schlängelt sich die vielbefahrene Hauptstraße durch den Ort. Hier trifft uns die Zivilisation mit Ihrer Tourismusindustrie mit voller Wucht. Um das als Dracula Schloß bekannte Schloß Bran hat sich eine Buden- und Zeltmeile aus Souvenirshops, Restaurants und anderen Händlern aufgebaut. 

Tourihochburg Bran

Diesen Teil lassen wir schnell hinter uns und ziehen weiter zur etwas außerhalb liegenden Unterkunft Pension Pandrea. Hier hat eine junge Familie vor zwei Monaten eine kleine Existenz gegründet. Super nett und sehr sauber.

Pension Pandrea

Kleiner Wehrmutstropfen – während der sehr erholsamen warmen Dusche knallte am Waschbecken der Warmwasseranschluß aus dem Eckventil und verwandelte den Raum binnen Minuten in ein Schwimmbad. 

Morgen ist Ruhetag und Trockentag für die Wäsche. 

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Tag 7 – Stadt Bran – Ruhetag (20.07.2019)

Auch wenn der Graf Dracula nie einen Fuß in das bilderbuchreife Schloß gesetzt hat, besitzt es für Eltern und Kinder eine magische Anziehungskraft.

Dracula Schloß Bran

Auch wir werden Teil des Treibens und der Warteschlange vor dem Schloß. Kaum quetscht man sich in einer endlosen Schlange durch enge Gänge, verwinkelte Zimmer und steile Treppen erreicht man einen Wandelgang mit Blick auf den Burghof.

Schloß Bran Geheimgang

Eine Szene wie in einem Wimmelbild. Aus jedem Fenster, Scharte schaut ein Kopf, auf jedem waagrechten Stein sitzen Menschen und durch die Gemächer pressen sich die restlichen Besucher.

Wimmelbild Schloß Bran

Vom Besucherandrang abgesehen, da waren wir ja an einem Samstag selbst Schuld, ist es ein hübsches Schloß, das unter der Königin Queen Marie von Rumänien  im 20ten Jahrhundert positiv umgestaltet wurde. Am besten hat mir der Ofen mit Sitzecke im Musikzimmer gefallen.

Schloß Bran mit gemütlichem Kaminofen

Zum Mittagessen können wir das etwas außerhalb gelegene und vielleicht etwss teurere Restaurant Bratescu empfehlen. Ruhige Lage und sehr leckeres, auch traditionelles Essen.

Im weiteren Verlauf desTages sind wir nach Rasnov (Rosenau) geubbert. Wir besuchen die oberhalb gelegene Zitadelle.

Zitadelle Rasnov

 

 

 

 

 

 

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Zitadelle Rasnov Innenhof

Fast schon interessanter als das historische Gemäuer sind die vielen Schmetterlinge. Den Schwalbenschwanz sieht man nur sehr selten.

Schwalbenschwanz Schmetterling

Die Regenwolken sind vollständig verzogen und wir lassen den Abend im Restaurant Bratescu ausklingen.

Heute ist ein besonderer Tag. Erstmals im Blog ein Bilderrätsel. Wer findet den Fehler in diesem leckeren Krautsalat ?

Bilderrätsel: Was ist falsch in diesem Krautsalat (Spoiler: redniblebaK)

Das war eher nicht traditionell und ging zurück an die Küche.

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Tag 8 – Stadt Bran – Cabana Curmatura 14,8 km / 1310 Hm (21.07.2019)

Gesamtstrecke: 15007 m
Maximale Höhe: 1451 m
Minimale Höhe: 749 m
Gesamtanstieg: 1345 m
Gesamtabstieg: -681 m
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Heute ist die Tagestour zweigeteilt. Am Vormittag geht es über den ersten Bergrücken 600 Hm hinauf und wieder hinunter und am Nachmittag dann der Aufstieg zur Hütte mit 800 Hm.

Die Pension Casa Georgeta in Bran liegt zwar sehr günstig im Zentrum, bietet aber leider kein Frühstück an. So starten wir um 8:00 Uhr zum Mini-Supermarkt im Ortszentrum. Hier warten schon einige Personen, weil es die einzige Kaffeequelle um diese Zeit ist. Der Kaffee  wird unter der Kasse in einer Saeco Maschine zubereitet.

Bran Frühstückskaffee

Dazu noch ein paar Fertighörnchen und dann ab auf die Parkbank zum Frühstücken.

Bran – Frühstück im Park

Die Sonne scheint das wird ein toller Tag. Im Laubwald von Bran geht es gleich richtig steil bergauf. Nach einer halben Stunde erreichen wir die erste Bergwiese.

Blumenwiese

Wald und Wiesen wechseln sich auf dem Bergzug zur Fahrstraße nach Magura ab. Die bewaldeten Anstiege sind eine willkommene Abwechslung zu den schwülwarmen Bergwiesen.

Feld, Wald und Wiesenweg

Heute haben wir richtigen Publikumsverkehr und es gibt auch noch andere deutsche Wanderer. Durch den lichten Laubwald wird hier und da der Blick auf die Stadt Zanesti und weit übers Land nach Rasnov frei.

Aussicht

Mit unseren schweren Rucksäcken, beladen mit Zelt und Kocher sind wir deutlich langsamer als die veranschlagten Zeiten auf der Beschilderung. Wen juckt’s wir haben Urlaub und gaaaanz viel Zeit. Als wir die Schotterstraße nach Magura erreichen trauen wir unseren Augen nicht. Es steht alles voll mit Fahrzeugen. Halb Rumänien ist an diesem Wochenende im Königstein wandern.

Noch eineinhalb Stunden und 600 Hm sind für das letzte Stück zur allseits gelobten Cabana Curmatura angegeben. Durch den Laubwald geht es weniger steil bergauf als erwartet. Nach 400 Hm erreichen wir die ersten mit Kühen und Schafen bewirtschafteten Wiesen.

.. noch eine Stunde bis zur Hütte

Noch eine knappe Stunde bis zur Hütte. Freude kommt auf. Nocheinmal kurz durch den Nadelwald und schon stehen wir vor der Cabana Curmatura auf 1460 m Höhe. Ja, es ist richtig was los hier oben. Auch hier hat die Reservierung perfekt funktioniert und wir beziehen unser Lager. Toilette und Wasser gibt es außerhalb der Hütte. Auch eine Kaltwasserdusche steht am Waschplatz zur verfügung. Die werde ich morgen testen. 

Outdoordusche

 

Mit sinkender Sonne verziehen sich auch die Wolken wieder und wir sitzen noch lange auf der Terasse vor der Hütte.

Cabana Carmatura (1470 m)

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Tag 9 – Cabana Curmatura – Gratwanderung vom Vf. Turnu zum Vf. Ascutit 7,4 km / 700 Hm (22.07.2019)

Gesamtstrecke: 7639 m
Maximale Höhe: 2134 m
Minimale Höhe: 1432 m
Gesamtanstieg: 752 m
Gesamtabstieg: -753 m
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Im Königsteingebirge wohl eine der beliebtesten Tagestouren ist die Wanderung über den messerscharfen Grat der Kalksteinspitzen. Wir wollen direkt nach dem Frühstück möglichst früh los, da ab 14:00 Uhr Gewitter vorhergesagt sind. 

Cabana Cumatura (1470 m)

Um 8:30 Uhr geht’s dann auch schon los. Erst im Nadelwald bergauf bis zur Saua Crapaturii einem schönen Aussichtspunkt ins Tal nach Zarnesti.

Aussicht von der Saua Crapaturii

Dann geht der Weg in den Fels. Felskamin um Felskamin zieht sich der Weg, in einfacher Kletterei, teils mit Seilversicherung steil  den Berg zum Varful Turnu (1911 m) hinauf.

Kletterei zum Varful Turnu (1911 m)

Da kommt man ganz schön außer Atem. Nach eineinhalb Stunden haben wir den Gipfel erreicht. Wir stehen auf der Spitze des steilen Grats und haben einen perfekten 360° Rundblick.

Über den Grat die Wolken zum greifen nah

Atemberaubend fallen die Felswände in die Tiefe ab. Im Westen ziehen die ersten dunklen Wolken auf. Wir setzen uns für den Weg über den Grat ein Ziel. Um 11:30 wollen wir am Varful Ascuit (2150 m) sein um von dort wieder zur Hütte abzusteigen.

… dunkle Wolken ziehen auf

Die Gratwanderung ist weniger ausgesetzt als erwartet und führt durch Latschen und im Fels über und um die Kalksteinspitzen.

… ab durch den Latschenwald hinauf zum Varful Turnu

Das Königsteinmassiv besteht nur aus einem auf beiden Seiten fast senkrecht aufragenden Kamm. Es sieht aus wie ein umgedrehtes Messer mit Wellenschliff. 

Gratwanderung

Die Sonne begleitet uns noch bis zum Varful Padina (1970 m). Dann werden die Wolken dichter und die Sonne kommt nur noch spärlich zum Vorschein. Der Weg ist wirklich atemberaubend.

… am Grat

Viel begangen ? Heute nicht. Wir begegnem keinem Menschen. Nur etwa eine halbe Stunde hinter uns kommt noch eine Tschechische Gruppe. Pünktlich um 11:30 Uhr erreichen wir den Varful Ascuit (2150 m) und die leicht unterhalb liegende Biwakschachtel.

Auf dem Gipel des Varful Ascuit (2150 m)

 

Es tut mir schon ein wenig Leid, aber heute treibe ich Pierre ganz schön an.

Biwakschachtel auf dem Varful Ascuit (2150 m)

Die Wolken werden dunkler und ich möchte schnell vom Grat herunter, da ich nicht abschätzen kann wieviele Kletterstellen wir nun bergab noch zu meistern haben. Gerade bergab ist es hilfreich, wenn es nicht naß ist und wenn es nicht blizt und donnert. Entgegen unserer Befürchtung ist der Abstieg vom Varful Ascuit einfacher als der Aufstieg über den Varful Turnu. Über ein Geröllfeld und eine Scharte verlieren wir schnell an Höhe. Noch eine seilversicherte Kletterstelle und schon erreichen wir nach einer dreiviertel Stunde den Nadelwald.

Abstieg sm Seil

Es beginnt hinter uns, oben am Gipfel zu donnern und wir steigen weiter rasch hinunter. Noch ein Kilometer bis zur Hütte und das Gewitter nähert sich. Endspurt – um 13:30 Uhr erreichen wir sicher und trocken, genau zur richtigen Zeit die Hütte. Der Kuchen ist jetzt fertig und wir essen jeder gleich zwei Stück davon.  Vor dem großen Regen bleibt noch Zeit für eine eiskalte Dusche im Baumhaus. Das Duschen ist ganz schön anstregend. Kaum hat man sich eingeseift tröpfelt es nur noch aus dem Schlauch. Da steht man nun – schön nach Duschgel duftend. Nach einer halben Ewigkeit kommt dann wieder Wasser und die Duschaktion kann abgeschlossen werden. 

Jetzt regnet es und die Blitze schlagen in die umliegenden Berge ein. Ich sitze in der warmen, trockenen Hütte und schreibe ein wenig. Gut das wir uns heute etwas beeilt haben. 

Fernwanderweg E8 Information:

Der E8 verläuft von der Cabana Curmatura zum Vf. Ascuit, also genau entgegen unserer Abstiegsroute. Unserer Meinung nach ist dieser Aufstieg auf den Grat deutlich einfacher als über den Vf. Turnu. Der weitere Verlauf vom Vf. Ascuit ist uns nicht bekannt. Auf der Karte sind zwei Kletterstellen eingezeichnet. Vielleicht können wir morgen ja den Abstieg des E8 über den Vf. Om beschreiben.

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Tag 10 – Cabana Curmatura – Plaiul Foii / 7Crai 13,7 km / 380 Hm (23.07.2019)

Gesamtstrecke: 13909 m
Maximale Höhe: 1616 m
Minimale Höhe: 763 m
Gesamtanstieg: 405 m
Gesamtabstieg: -1082 m
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Für heute Nachmittag steht eine Gewitterwarnung und Regen im Wetterbericht.

Morgenstimmung vor der Hütte

Aus diesem Grunden folgen wir nicht dem Fernwanderweg E8 zum Vf. Ascuit und über die Fortsetzung der Gratwanderung in Richtung Süden zum Vf. Om, sondern wählen den Abstieg über die schmale Scharte Crapaturii.

Scharte Crapaturii

Der Weg schlängelt sich zwischen den hoch aufragenden Felswänden des Vf. Turnu und des Piatra Mica steil in die Tiefe. Es hat bis heute Morgen um fünf Uhr geregnet und die Kalksteine sind spiegel glatt. Jeder tritt will gut gewählt sein, sonst geht es schneller bergab als es einem lieb ist. Endlos zieht sich der Weg 600 Hm in die Tiefe. Die Wände der Schlucht sind oft nicht weiter als 10 m auseinander.

Scharte Crapaturii

Hinter mir kracht und flucht es und es ist passiert was bei dem glitschigen Untergrund irgendwannassieren musste – Pierre ist abgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Glück im Unglück, es schmerzen nur zwei der fünf Zehen, alles andere blieb heil und Pierre kann weiter gehen. 

Nach eineinhalb Stunden vorsichtigem absteigen erreichen wir eine Bergwiese, die malerisch von einem Bächchen durchquert wird. Jetzt ist genau der richtige Augenblick für das zweite Frühstück. Wir sind ja heute Morgen ohne Hüttenfrühstück nur mit einem Snickers im Magen schon um halb acht gestartet. Der Kocher wird ausgepackt und je zwei Packungen fünf Minuten Fertiggericht gekocht. Das Beste was die DM Bioabteilung zu bieten hatte.

Zweites Frühstück

Die Sonne scheint das Essen ist eine Abwechslung zu Gemüsesuppe und Polenta. Nun steht noch die Entscheidung an, ob wir ins Tal weiter absteigen und dort die sechs Kilometer Fahrstraße bis ans Talende laufen, oder ob wir noch 500 Hm aufsteigen und dann ohne Fahrstraße am Talende herauskommen. In anbetracht der Gesamtumstände Wetterlage und Pierre-Fuß entschließen wir uns zum Abstieg. 

Abstieg zur Fahrstraße

Fahrstraße laufen ist richtig öde. Doch auch hier kann man was erleben. Als ich am Straßenrand sitze und aus meiner Langenhose eine Kurze mache hält ein dunkelblaues Fahrzeug mit blauen Gurkengläsern auf dem Dach direkt neben mir. Die Polizei dein Freund und helfer erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Das ist mal richtig nett. Als ich sie in ein Gespräch zur Bärenpopulation in diesem Tal verwickeln möchte haben sie es doch wieder etwas eilig und fahren davon. OK – sicher sind wir hier.

Das waren nicht die Gendarmen, aber die Drei haben auch nach uns geschaut

Auf den sechs Kilometern Fahrstraße passieren wir verschiedene Unterkünfte und  Bauruinen. Interessant sind die Zugänge auf die andere Flußseite. Brücken gibt es wenig, dann helfen auch einmal zwei Baumstämme. 

Zugang zum Haus auf der anderen Flußseite

Nach eineinhalb Stunden haben wir das Ende der Teerstraße bei der Cabana Plaiul Foii erreicht. Eine sehr mondäne Unterkunft – ja hier wollen wir bleiben.

Cabana Plaiul Foii war leider schon voll

Leider sieht das der weniger freundliche Angestellte nicht so und teilt uns unmißverständlich mit dass er diese Woche kein  Bett für uns hat. Telefonieren, ob in der Umgebung noch zwei Betten frei sind mag er auch nicht. Wir ziehen weiter. Auch die nächste Unterkunft ist ausgebucht. Nun haben wir nur noch eine Chance hier am Ende der Fahrstraße zwei Betten zu finden. 7Crai ist die letzte Unterkunft im Umkreis und wir haben Glück.

Unterkunft 7Crai

Schlagartig wird einem klar wie unflexibel man zu Fuß im Vergleich zum reisen mit einem Fahrzeug ist. Genau das macht es aber auch interessant und entschleunigt. 

 

Die Nacht ist sicher, Essen git es auch und morgen wird uns ein toller Sommertag versprochen. 

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Tag 11 – Plaiu Foii – Vf. Timasu – 12 km / 1100 Hm (24.07.2019)

Gesamtstrecke: 11704 m
Maximale Höhe: 1740 m
Minimale Höhe: 869 m
Gesamtanstieg: 926 m
Gesamtabstieg: -928 m
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Die Wolken hängen noch tief im Tal. Wir verschieben unsere Tour auf den höchsten Berg im Königstein, den La Om (2238 m).

Frühstück um acht. Pierres Augen leuchten. Er hat bereits erste Müsli-Entzugserscheinungen und nun stehen am Bufett erstmals Cornflakes. Die Freude hält leider nur kurz, da die Milch warm ist und keine Haferflocken (Müsli) vorhanden sind. Das Frühstück ist trotzdem erste Klasse, wie auch die Unterkunft und die Hilfsbereitschaft der Angestellten. Wir wollen heute über den Vf. Tamasul Mare zum E8 aufsteigen und dort auf dem bewaldeten Grat des Höhenzuges dem Fernwanderweg E8 ein Stück folgen. 

Hier in den Karpaten haben wir einiges über die Berge gelernt. Es gibt nur zwei Arten von Wanderwegen. Die erste ist steil bergauf/bergab oder ganz oben auf dem Grat entlang. Halbhöhenwege, oder Höhenwege gibt es nicht. Markierungen und Weg sind entweder top und super häufig, oder gar nicht vorhanden und man kämpft sich quer Feld ein durch einmal vorhandene Wege. 

Aufstieg im Wald

Und genau so war es heute auch wieder. Wir wandern von der Unterkunft 7Crai ( 7 Könige) auf sehr gut markiertem Pfad steil hinauf.

Aufstieg

Auf halber Strecke bergauf kreisen uns einige bellende Hunde ein. Kurze Zeit später entdecken wir die Schafsherde und den Schäfer. Er pfeift die Hunde zurück und wir dürfen durch die Herde zu Ihm kommen. Ein uriger Typ von den Bergen und der Natur gezeichnet.

Der nette, urige Schäfer

Nach einer kurzen Unterhaltung mit Händen und Füßen zu dem weiteren Aufstieg verabschieden wir uns und steigen weiter auf. 

Schafsherde

Je höher wir steigen um so mehr Heidelbeeren hängen an den Sträuchern. Echte wilde Heidelbeeren mit tollem Geschmack und knallrotem Fruchtfleisch, von dem man noch eine  richtig blaurote Zunge und Finger bekommt, das kennen wir von den bei uns erhältlichen Zuchtbeeren nicht. 

Heidelbeeren

Als wir den bewaldeten und grasigen Grat des Höhenzugs erreicht haben ist Schluß mit dem gut erkennbaren Pfad und der durchgängigen Markierung.

Gipfel Vf. Tamasul Mare (1735 m)

Durch hohes Gras gehen wir zum Gipfel des Vf. Tamasul Mare (1735 m) und haben erstmals einen Blick auf das mächtige Fagaras Gebirge.

Blick zum Fageras

Dreht man seinen Blick nach Norden so baut sich der Grat des Königstein vor einem auf. Aus dieser Perspektive erscheint ein Aufstieg ohne Seil und Haken unmöglich.

Der Pfad verliert sich im hohen Gras und Himbeer- und Brombeersträuchern. Der in den GPS Karten eingezeichnete Weg ist häufig komplett überwachsen und ein Durchkommen nicht möglich.

Über Stock und Stein

Immer wieder suchen wir einen neuen Pfad um den Punkt zum Abstieg von dem Bergrücken am Ende doch noch zu erreichen. 

Der Pfad ? auf dem Bergrücken

Nach fast zwei Stunden Dauer durch die Pampa treffen wir auf den Abstiegsweg. Die ideale Gelegenheit auf dem Bergrücken noch die Mittagspause mit Blick ins Fagaras-Gebirge und auf das Königsteinmassiv zu bestreiten. Wasser und Trekkingessen haben wir dabei und kochen auf. 

Mittagspause mit Travellunch

Der Abstieg nach Plaiul Foii auf dem breiten, aber wieder steilen Weg geht rasch. Wir erreichen das Tal mit dem Fluss Barsa Tomasului und wandern die verbleibenden 20 Minuten an vereinzelten  Bergunterkünften vorbei bis zu unserer Unterkunft 7Crai. 

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Tag 12 – Plaiu Foii – La Zaplaz – Umerii Pietrei 15,8 km / 1110 Hm (25.07.2019)

Gesamtstrecke: 16044 m
Maximale Höhe: 1822 m
Minimale Höhe: 859 m
Gesamtanstieg: 1182 m
Gesamtabstieg: -1213 m
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Heute wollen wir auf den höchsten Berg des Königstein steigen. Das freundliche Personal macht extra für uns um 7:30 Frühstück. Gut gestärkt starten wir um 8:00 und gehen das Tal hinauf bis zum Refugio Spirlea (Biwak).

Refugio Spirlea (Biwak)

Der Weg führt, mit für die Karpaten mäßiger Steigung am Bach entlang und wir kommen schnell voran. Vor dem Refugio geht es sehr steil bergauf, aber dann ist die Anhöhe mit 1400 m erreicht. Das Biwak von Innen einfach, mit Kanonenofen. Hier fehlt nur noch das Ofenrohr, sonst ist nach dem anzünden dicke Luft.

Biwak Innenleben

Im Wald geht es weiter bergauf immer die senkrechten Felsen im Blick. Auf 1570 m teilt sich der Weg, direkt unterhalb dem Felsmassiv. Wir gehen links zu den Steinbrücken La Zaplaz und zum Aufstieg auf den Vf. La Om. Über ein Geröllfeld geht es steil nach oben. La Zaplaz sind aus dem Kalkstein erodierte Löcher, welche sich zu drei über einander liegende Brücken ausgebildet haben.

La Zaplaz (Steinbrücken)

Über einen ersten verseilten Felskamin erreichen wir den oberen Teil der Steinbrücken und haben einen eindrucksvollen Blick von oben durch die Löcher. 

Kletterstelle

Die Wolken wollen sich entgegen der Wettervorhersage heute nicht verziehen.

Kraxelei am La Zaplaz

Wir steigen noch weitere 100 Höhenmeter mit einer weiteren Kraxelstelle hinauf. Wir sind 500 Hm unter dem Gipfel, mitten in den senkrechten Wänden. Für mich sind die, eenn auch Seilversicherten steilen Kletterpassagen weiter hinauf zu viel – auch unter dem Gesichtspunkt, dass ich ja auch wieder runter steigen muss. Nach einer ausgiebigen Rast mit schönem Tiefblick kehren wir bei zunehmender Bewölkung um.

Aufstieg zum La Om

Der E8 Fernwanderweg führt im Abstieg durch diese Passage. 

Zurück an der Weggabelung entscheiden wir uns nicht einfach wieder ins Tal abzusteigen, sondern der Wegführung des E8 zur Umerii Pietrei (Felsformation) zu folgen. Es beginnt ganz leicht zu regnen. Wir können es kaum glauben – erstmals gehen wir auf einem Höhenweg unterhalb der senkrechten Felswände. Die Felsen Umerii Pietrei Craiului haben wir uns spektakulärer vorgestellt. Die Bedeutung des Namens ist auch mit Hilfe des Netzes nicht ergründbar ( wer einen Hinweis hat bitte einen Kommentar schreiben). So mach ich mir mein eigenes Bild – ich sehe darin das Profil eines Gesichtes (mit dunkler Nase).

Urmeii Pietrei – wer erkennt das Gesicht

Kurzzeitig scheint die Sonne und wir nutzen den ersten exponierten Felsen um unser letztes Mittagessen zu kochen.

Mittagspause am Umerii Pietrei

 

Königstein Bergnelken

Traumhafte Aussicht auf das Fagaras Gebirge und im Rücken die Felswände des Königsteins. 

Königstein am Umerii Pietrei

Der Fernwanderweg E8 führt uns weiter über einn Bergrücken zum Vf. Tamaselului und dann weg vom Königstein nach Nord-Westen in Richtung Fageras. Der Pfad ist etwas beser erknnbar als gestern, jedoch häufig durch eineinhalb Meter hohes Gras, odr Himbeersträucher. Nach einer Stunde treffen wir auf den Punkt, an dem wir gestern ins Tal zu unserer Unterkunft abgestiegen sind. Auch heute verlassen wir hier den E8 und steigen die eineinhalb Stunden nach Plaiu Foii zur Unterkunft 7Crai ab. 

Der Fernwandeweg E8 ist hier im Tal an keine Stelle explizit markiert. Es besteht nur die Möglichkeit dem E8 GPX-Track zu folgen. 

Ohne Wehmut den Gipfel des La Om nicht erreicht zu haben kommen wir gut ausgelastet gegen fünf Uhr im Tal an. 

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Tag 13 – Brasov Sapte Scari – Mega Flying Fox (26.07.2019)

Gesamtstrecke: 10843 m
Maximale Höhe: 1000 m
Minimale Höhe: 555 m
Gesamtanstieg: 615 m
Gesamtabstieg: -626 m
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Jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Auch für uns sind die Wandertouren so gut wie beendet und wir müssen uns wieder nach Brasov, dem Ort für den Rücktransfer nach Sibiu orientieren. Dennoch  haben wir uns für heute ein ganz besoderes Schmankerl aufgehoben. Wenn alles zeitlich  klappt wollen wir, wie am ersten Tag beschrieben von Timisu de Jos (Nähe Brasov) zur Schlucht Sapte Scari hinauf laufen und von dort mit dem Mega Flying-Fox mit über 30 Stationen und über vier Kilometern Länge zurück zum Ausgangspunkt. 

Wohnskelett mit herrlicher Aussicht

Beim Frühstück ergibt sich die Möglichkeit über einen Bekannten des Personals unkompliziert vom Talende zur nächsten Ortschaft Zärnesti gefahren zu werden. Wir haben viel Glück und der Fahrer bietet auch an direkt nach Timisu de Jos unserem Ausgangspunkt für die Flying-Fox-Tour zu fahren. So sind wir schon früh um 9:15 Uhr am uns vom dritten Tag gut bekannten Hotel Domeniu Dambul Morii (Zerlegung Tuborg Stuhl). Ja – hier kennt man uns noch und erlaubt uns die Rucksäcke an der Rezeption zu parken. Wie am ersten Tag gehen wir das idyllische Tal hinauf, immer am kleinen Bach entlang.

Idylle auf dem Weg zur Schlucht Sapte Scari

Heute ist hier richtig Ausflugsstimmung. In Scharen pilgern die Rumänen zur Sapte Scari Schlucht hinauf. Am Schluchteingang befindet sich auch der Ticketverkauf für den Flying-Fox.

Start klar zum Flying-Fox

Unkompliziert bekommen wir den Gurt mit den Karabinern und der Rolle angelegt, dann noch eine kurze lustlose Einweisung und schon geht es in den vier Kilometer langen Parcour mit über 30 Teilabschnitten ( aktueller Preis wen es interessiert 100 Lei / Größe 140-195 cm / Gewicht 45 – 95 kg).

Spaß am Seil

Die ersten Sektionen enden und starten auf niedrigen Plattformen. Dann wird es interessanter. Es geht im Tal dem Bachlauf entlang, mal kreuz und quer über die Scnlucht und die Plattformen werden auch einige Meter hoch. Witzig ist auch, dass man von zwei sehr hohen Plattformen über eine Leiter absteigen muss um den Parkour fortsetzen zu können.

Abstieg von der Flying-Fox Plattform

Eine riesiges Erlebnos mit Suchtgefahr. Man schwebt über die aufsteigenden Wanderer und hat einen herrlichen Blicken die Tiefe. Der Anflug an die Plattformen klappt nicht immer, das ein oder andere Mal müssen sich die schwereren Personen am Seil die letzten Meter heranziehen.

 

Für uns gibt es keine Wartezeiten – wir waren heute die erstdlen im Parcour. Leider ging alles viel zu schnell vorbei. 

Auf der Wiese am Taleingang lassen wir das Erlebte bei einem Bier noch ein wenig sacken und schauen einer Ringelnatter am Bach zu. 

Ringelnatter

Zurück bei unseren Rucksäcken im Hotel wird noch einmal mittaggegessen bevor uns dann Lenzo abholt und die 140 km nach Sibiu fährt. 

Fahrgemeinschaft

DienGegensätze fallen mir erst jetzt so deutlich auf. Die Landwirtschaft hat gerade den Sprung vom Pferdewagen zum Traktor vollzogen, aber auf der Hauptstraße fahren top moderne Fahrzeuge. Auch bei den Häusern in den Dörfen im  Vergleich zu den Städten ist der Unterschied groß. In manchen Dörfern zwischen Brasov und Sibiu scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. 

Sehr spannend sind auch die vielen gelben Rohrleitungen an den ländlichen Häusern, die an jedem Hauseingang und an jeder Hauseinfahrt im Boden verschwinden. Es sind die Gasleitungen, welche an vielen Orten oberirdisch verlegt wurden. 

Typisch für Rumänien die gelben Gasleitungen

Auch die Rückfahrt hat ihren abenteuerlichen Charakter. Überholt wird wo es geht. Wer in den Kurven auf seiner eigenen Spur bleibt hat die rumänische Fahrprüfung nicht bestanden, oder ist ein ganz blutiger Anfänger. Wir sind jedenfalls froh nach knapp drei Stunden das sehr komfortable Art Hotel in der Innenstadt von Sibiu erreicht zu haben. 

Sibiu Art Hotel

Sibiu – die Stadt lebt. Am Piatra Mare findet heute ein Heavy Metal Konzert statt. Viel Krach bei wenig Melodie – sorry ich bin kein Metal-Fan. 

Sibiu (Hermannstadt) Innenstadt

Zum Abendesen durchaus zu empfehlen ist das Keller-Restaurant Crama Sibiul Vechi. Regionale Küche, man sitzt im urigen Gewölbekeller und speist zu nicht überteuerten Preisen. 

Restaurant Crama Sibiul Vechi)

Ja nun ist der Wanderurlaub fast zu Ende. Ich lasse den auen Sommerabend bei einem Bier im Hinterhof ausklingen. 

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Sibiu (Hermannstadt) – Rückreise nach München (27.07.2019)

Der erste Tag OHNE Wanderschuhe, nur mit den Hütten-Crocks gehen – das ist so schön. Gut, das gewichtsoptimierte Trekkingoutfit passt vielleicht direkt zum Publikum der Kulturhauptstadt Europas 2007 – Sibiu. Die strafende Blicke halt wir mit dem Wohlgefühl am Fuß gerne aus.

Wir starten die Stadterkundung mit einem Besuch des Agro Marktes auf dem Platz Piata Cibin. Hier werden täglich außer Sonntags regionale Produkte angeboten. Ursprüngliche Marktstimmung und lecker aussehende Produkte.

Agro Markt Sibiu

Schade das es so einen Markt bei uns nur noch selten gibt. Auch die Wellensittiche und Fische dürfen auf einem echten Markt nicht fehlen.

Auch Tiere gibt’s auf dem Agro Markt (unten links Schildkröten)

Die Sonne knallt jetzt  elf Uhr schon kräftig vom Himmel. Der Stadtrundgang führt uns zum Piata Mica der kleine Platz.

Piata Mica (der kleine Markt)

Dort machen wir unsere letzten Höhenmeter auf den Rathausturm. Schade das dieser oben geschlossen ist. Die Aussicht auf die Innenstadt ist trotzdem lohnenswert. 

Piata Mica

 

 

Wir streunen noch durch einige Gassen und lassen den letzten Tag ruhig im Schatten eines Baumes ausklingen.

Sibiu Innenstadt

Transfer mit dem Taxi zum übersichtlichen und nahegelegenen  Flughafen von Sibiu – und Tschüß

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Erfahrungen:

Ein erlebnisreicher Urlaub geht zu Ende – Abschlußbild

 

Rumänen sind sehr sehr zuverlässig und pünktlich – alles was reserviert wurde hat 100 % funktioniert

Rumänen sind super freundlich und hilfsbereit, manchmal hilft es auch genau zu formulieren was man gerne möchte. 

Rumänien hat eine tolle regionale Küche – Dessert- und Polentavariationen sind meine Favoriten. 

Rumänische Braunbären gibt es viele, aber  mit viel Lärm und etwas Glück bekommt man keinen von Ihnen zu sehen

Rumänischer Verkehr unterliegt ganz besonderen Regeln, welche von einem Touristen beim ersten Besuch nicht durchschaut werden können. 

Rumänen brauchen kein Münzgeld

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23 Kommentare zu “Rumänien – Karpaten – E8

  1. Manfred

    Hallo Beerensammler, bei so vielen weißen Flecken auf der Karte müsste doch ein unbemannter Gipfel dabei sein. Mount Mom oder Mont Pierre, das wär’s doch! Wie immer schöne Bilder, spannende Kommentare und eine tolle Outdoorstimmung. Ich wünsche Euch weiter viel Glück und viel Spass auf der Tour. Gruß mb

  2. Martin

    Servus Oliver. Wenn es Euch noch einiger massen zeitlich passt fahrt nach Tartlau (Prejmer).Es ist Sehenswert die Kirchenburg und die Gemeinde selber. hier wurde ich geboren,getauft und Konfirmiert. ich teile dem Lorenzo mit wohin er mit Euch fahren soll.Würde mich freuen wenn es klappen würde.Ein paar Stunden reichen Euch. Viel Spaß. Schöne Grüße Martin

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo, vielen Dank. Ja es wunderschön und wir haben viel Spaß. Gerade sitzen wir auf der Cabana Carmatura im Königstein. Lg Olli

  3. Manfred

    Vielleicht gehört so ein Kabelbinder einfach dazu. Du hast es ja nicht mal probiert. Gruß mb P.S.: Und was habe ich jetzt gewonnen?

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Mani, richtige Lösung. Du hast gewonnen. Den Preis kennen wir noch nicht, aber sei Dir sicherwir finden noch was für Dich. Lg Pierre & Olli

  4. Christian

    Hi Olli und Pierre,

    Wünsche Euch eine schöne Tour! Wie immer sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Bericht.

    Haltet die Ohren steif!

    Bis demnächst,
    Christian

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Christian, danke. Momentan läuft es top. Auch das Wetter ist wieder erwartend gut (auch die Vorhersage). Grüße P & O

  5. Günter

    Hallo Ihr zwei,
    viel Spaß auf eurer Tour. Glaube gewaschene Bären sind viel ungefährlicher als nicht gewaschene Beeren. Ich grüble nur über die viel zitierte Bärenglocke. Ob alle Bären wissen wie man die läutet 😉 Kommt heil wieder und landet nicht als Wandschmuck in einer Bärenhöhle.
    So genug über die Viecher.
    Macht schöne Bilder und weiterhin (mehr) Glück mit dem Wetter.
    Servus
    Günter

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Güni, wenn nur die Bären läuten würden – die Klingelei nervt manchmal – ist aber notwendig wenn man die Bärenhöhle nicht von Innen sehen möchte. Grüße P & O

  6. Stef

    Hi hi, da muss wohl dringend jemand mit einer Diät beginnen?! Vielleicht eine Beeren-Diät?

    Liebe Grüße und einen schönen Urlaub

    Stef

  7. Helmut

    Hallo Olli, Pierre,

    ich glaube, ich wäre nicht über das Cafe Saray Brasov hinausgekommen…
    Sieht sehr interessant aus! Ich wünsche Euch noch etwas besseres Wetter!

    Alles Gute, nutzt die Bärenklingel – könnt Ihr die programmieren?!?

    Bis dann,
    Helmut

  8. André

    Hallo Jungs, ich habe eure ersten Eindrücke und Erlebnisse gelesen. Es ist wie immer ein Vergnügen. Das laute Lachen könnte ich mir bei der einen und anderen Stelle nicht verkneifen. Passt auf euch auf. Schöne Grüße André

  9. Matthias

    Servus Kollegen, was macht die Natur ? Ich wollte Euch nur kurz daran erinnern das gleich Baureihenrunde ist (bei uns ist es gerade 13:24 Uhr) …
    Noch eine kurze Frage, kommt das Loch in Pierres Hose von einem Bären? 😉

    Euch noch viel Spaß,

    Matthias

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Matthias, danke für die Erinnerug. Wir haben eine Gedenkminute eingelegt. Das Loch rührt von einer Spontanvorbereitung ohne Qualitätskontrolle und wurde durch die Taskforce wieder geflickt.

  10. Bernd

    Moin Männer, die nächste Überlebenstour ist gestartet.
    Ich wünsche Euch viel Spaß und kommt gesund wieder.
    Ein PENDANT zum Hai habe ich bereits gesehen. Ist vermutlich beeindruckend.
    Alles Gute,
    Grüße Bernd

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Bernd, danke Dir. Wir haben das Pendant zum Hai noch nkcht gesehen. Gott sei dank. Bleib am Ball.

  11. Hannelore Spangler-Schäfer

    Hallo zusammen, jetzt schon toller Bericht. Sitz grad im Büro und lass das gelesene noch nachwirken. Freu mich schon auf den nächsten Bericht. Euch eine gute Zeit und viele tolle Erlebnisse!

  12. Manfred

    Hallo Ihr zwei, toll, dass die Berichterstattung wieder klappt und es jeden Tag was Neues zum Lesen gibt. Viel Spass, gutes Wetter und ein sicheres Vorankommen wünsche ich Euch.

    Bis demnächst

    mb

    1. mom0815 Autor des Beitrags

      Hallo Mani, mal sehen wie mit der Mobilfunkvrlerbindung weitergeht. Heute war es OK, aber das wird sich wohl bald ändern. Grüße Pierre und Olli

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