Off The Beaten Track – Travelblog

Ingolstadt-Amberg über Naab-Altmühl-, Fünf-Flüsse-, und Schweppermann-Radweg

Eine schöne Wochenendtour in zwei Tagen von Ingolstadt nach Amberg und zurück. Ziel ist es eine Strecke zu suchen, welche über Radwege und wenig befahrene Straßen führt. Das funktioniert mit Komoot im Webbrowser (nicht in der App) und dem eingeblendeten Open-Cycle-Map-Layer recht gut. Wer eine Beschreibung für die Abkürzungen der Fernradwege benötigt findet diese hier.
Für den Hinweg Stammham – Amberg wähle ich die Route über den Altmühltal-Radweg (Alt), ab Dietfurt den Naab-Altmühl-Radweg (NA) über Parsbergbis nach Rohrbach. Dort trifft man auf den Fünf-Flüsse-Radweg (FFR) von Kallmünz. Dem Fünf-Flüsse-Radweg möchte ich dann bis Amberg folgen.
Der Rückweg von Amberg nach Stammham soll über Schweppermann-Radweg (Sm) nac Westen bis Unterölsbach führen. Von dort geht es südwärts auf dem Fünf-Flüsse-Radweg (FFR) bis nach Beilngries. Ab dort ein kurzes Stück auf dem Altmühltal-Radweg (Alt) bis Unteremmendorf und dann zurück nach Stammham.
Die einzelnen Tourplanungen findet Ihr auch auf Komoot:
Hinweg: Stammham (bei Ingolstadt)-Amberg
Rückweg: Amberg-Stammham (bei Ingolstadt)

Die real gefahrene Strecke könnt Ihr direkt unter den Karten jeder Etappe herunterladen, oder über den Komootlink oben die GPX-Daten der geplanten Tour.

Gesamtstrecke: 223 km
Anstieg / Abstieg: 12270 Hm

 

 

Tag1 – Stammham (bei Ingolstadt) – Amberg

Total distance: 111.95 km
Max elevation: 695 m
Min elevation: 356 m
Total climbing: 1142 m
Total descent: -1013 m
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Sonntag 20.09.2020 – die Sonne spickt über den Horizont, es ist sieben Uhr am Morgen. Als ich aus Stammham in Richtung Denkendorf radle spüre ich die feuchtkalte Morgenluft. Soll ich umkehren und noch Handschuhe holen ? Nein – die Sonne wird bald über dem Horizont stehen und mich wärmen. Es ist bestes Radfahrwetter vorausgesagt – 24 Grad und Sonnenschein. Schade das es zwischen Denkendorf und Paulushofen, auf dem direkten Weg in Richtung Altmühltal Ostseite, noch keinen vernünftigen Radweg gibt. Die Strecke über die Nebenstraßen ist mir heute zu lang, so wähle ich die Landstraße, was um diese Uhrzeit auch noch ganz gut funktioniert.
In Paulushofen dann auf Schotter die erste rasante Abfahrt nach Kottingwörth. Mensch – jetzt wird’s aber richtig kalt. Gespenstisch liegt Kottingwörth in einem Dunstschleier an der Altmühl.

Herbstmorgen in Kottingwörth

So schön die Szene ist, so kalt ist die Luft. Die Sonne drückt nur schwach durch und die Finger sind bitter kalt. Dem Altmühltal-Radweg folgend geht es an in dieser fantastischen von Nebel verhüllten Landschaft bis nach Dietfurth. Hier zeigt das Thermometer 6 Grad plus an. OK – ist doch sehr kalt. 

Altmühltal im Frühnebel

In Dietfurth biegt man auf den Naab-Altmühl-Radweg entlang der Wissinger-Laaber in den kleinen Ferienort Breitenbrunn. Breitenbrunn liegt traumhaft im Tal, wenig frequentiert und ist sicherlich einen weiteren Wanderbesuch wert. Der Frühnebel hat sich verzogen und die Sonne wärmt die steifen Finger und Zehen.

Hurra – es ist warm und die Sonne scheint – Bachhaupt bei Breitenbrunn

Am Ende des Tals bei Bachhaupt geht es kurz und steil auf die Hochebene über die man Kemnathen erreicht. Nach weiteren 10 km über Feld und durch Wald erreiche ich die nächste größere Stadt – Parsberg. Es ist kurz nach zehn Uhr und genau der richtige Zeitpunkt für das zweite Frühstück in der Bäckerei Plank.   

Frisch gestärkt geht es hinunter ins Tal der Schwarzen Laaber. Die ich nur kreuze und dann weiter in ein ebenfalls hübsches Tälchen in dem der kleine Ort Hohenfels liegt. Auf dem Schlossberg um den sich der Forellenbach windet steht noch der Turm vom Schloss. Klasse Aussicht auf beide Seiten des Tals und schon geht es wieder hinunter, vorbei an Mühlen und kleinen Höfen.

Schlossberg von Hohenfels

In Rohrbach nördlich von Kallmünz kreuze ich den Fünf-Flüsse-Radweg und folge diesem nach Norden in Richtung Schmidmühlen. Jetzt folgt man der Vils flussaufwärts.

Vilsufer

Schnell wird klar, das es sich bei dem Radweg um die Eisenbahnlinie von Schmidmühlen nach Haselmühl kurz vor Amberg handelt. 

Der Radweg auf der ehemaligen Eisenbahnlinie

Auf dem asphaltierten Radweg der ehemaligen Eisenbahnlienie geht es trotz Gegenwind zügig vorwärts. Das idyllische Vilstal zeigt sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. 

Wie bestellt taucht der Radbahnhof Theuern auf. In lässiger Biergarten-Atmosphäre gibt es die Radlmahlzeit für Vegetarier – ein leichtes Weizen und Pommes.  

Radbahnhof Theuern

Von hier aus sind es nur noch knapp 10 km bis nach Amberg. Schade das der herrliche sanft ansteigende Radweg schon zu Ende geht. Ok – ganz alleine war ich hier am Nachmittag nicht mehr. Groß und Klein nutzten den sonnigen Herbsttag für einen Radlausflug an der Vils.

Amberg Altstadt

Über das ehemalige Landesgartenschaugelände geht es in die wunderschöne und fast vollständig erhaltene Altstadt von Amberg. Es lohnt sich auch hier vor dem Cafe-Besuch noch einen kleinen Stadtbummel hinter der Stadtmauer in der Altstadt zu machen. Somit findet man sicher in einer verwunschenen Ecke ein nettes Cafe.

Wallfahrtskirche Maria Hilf

Am späten Nachmittag wandere ich noch zur Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem gleichnamigen Berg und kann den Sonnenuntergang bei fantastischer Aussicht auf Amberg genießen.

Tag 2 – Amberg – Stammham

Total distance: 115.72 km
Max elevation: 593 m
Min elevation: 348 m
Total climbing: 1131 m
Total descent: -1020 m
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Die kalte Luft gestern Morgen hat mich abgeschreckt, so dass ich heute erst gegen acht Uhr starte. Als alles fix und fertig im Rucksack verstaut war ist mir noch der linke Schultergurt des Rucksacks gerissen – Ermüdungsbruch. Mit notdürftig zusammengeflicktem Schultergurt und wenig komfortabel mache ich mich auf den Rückweg nach Stammham. Die Rückfahrt führt erst weit nach Westen um dann am alten Ludwigkanal nach Süden in Richtung Beilngries zu fahren.

Amberg


Wieder zurück durch die Altstadt und das Landesgartenschaugelände und direkt am Siemensweg beginnt wieder eine alte Bahnstrecke von Drahthammer nach Lauterhofen , welcher der Schweppermann-Radweg folgt. Ab der Mantlachtalbrücke erkenne ich dann das der die ehemaligen Bahnstrecke folge. 

Beginn des Radweges auf der alten Bahnlinie

Über Wiesen und durch lichten Laubwald führt der geschotterte Radweg stets etwas bergauf. Hier und da verlässt man die Streckenführung der Bahn und folgt ihr dann meist nach den Ortschaften wieder.

Die alte Bahn fuhr durch den Wald

Die Hoibrücke überspannt das Tal nur für Fußgänger und Radfahrer, so dass mir einige Höhenmeter erspart bleiben.

Hoibrücke

Die abwechslungsreiche Hügellandschaft erreicht ihren Höhepunkt als ich nach etwa 20 km das Hainthal vor dem hübschen Ort Kastl im Lauterach-Tal erreiche.

Kastl im Lauterach Tal

Leider verlasse ich das liebliche Lauterachtal nach wenigen Kilometern in Lauterhofen und folge immer weiter der Bahnstrecke und dem Schweppermann-Radweg.

Lauterachtal

Nachdem ich die Autobahn A3 unterquert habe erreiche ich den Ort Unterölzbach. Eigentlich ein unbedeutender kleiner Ort. Jedoch trifft man genau hier auf den Fünf-Flüss-Radweg der dem alten Ludwigkanal über Neumark bis nach Beilngries folgt. Diese wunderschöne Strecke kenne ich schon gut, da sie eine ideale Verbindung, mit wenigen Steigungen von Ingolstadt nach Nürnberg ist.

Auf dem Weg nach UNterölsbach

So freue ich mich auf bekanntem Weg nach Neumarkt zu radeln. Der alte Ludwigkanal ist mit seinen vielen kleinen Schleusen und Kanalbecken, teils hoch über dem umliegenden Land, teils eingeschnitten in das Gestein abwechslungsreich und eine tolle Radletappe. Interessant ist die Geschichte des Ludwig-Donau-Main-Kanals, wie er vollständig genannt wird.

Ludwig-Donau-Main-Kanal

Es ist schon Mittag und es macht sich ein ausgeprägtes Hungergefühl breit. In Neumarkt lässt sich auch am Montag wo viele Restaurants geschlossen haben etwas finden. Eine XXL-Schwalbe hat sich um den Laternenpfahl gewickelt.

XXL Schwalbe

Weiter geht es vorbei an alten Schleusenhäuschen immer weiter nach Süden.

Schleuse am Kanal

In Elli’s Kultdinner 59 muss ich unbedingt einmal vorbeischauen, wenn es geöffnet hat. Da drin sieht es schon richtig urig aus.

Elli’s Kultdinner 59

An der Schleuse Berching treffe ich auf den “neuen” Main-Donau-Kanal, welcher von Schifffahrt genutzt wird. Die Schleuse Berching ist hier doch um einiges größer als die Schleusen am Ludwigkanal.

Schleuse Berching

Eis-Stopp in Beilngries und anschließend im Altmühltal zum Kratzmühlsee. Dieser lädt an diesem warmen Nachmittag zu einer kurzen Abkühlung ein, bevor es weiter in Richtung Unteremmendorf geht. Markant steht das liebevoll restaurierte Alte Hirtenhaus an der Dorfstraße.

Hirtenhaus Unteremmendorf

Nach neun Stunden wunderschöner Fahrt im Frankenland kehre ich mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für weitere Touren zurück nach Stammham. Die Erkenntnis – für Erlebnisse in der Natur und etwas sportliche Betätigung ist das Frankenland direkt vor der Haustür erholsamer als jede Fahrt mit dem Auto, oder Reise mit dem Flugzeug.

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