Off The Beaten Track – Travelblog

Meraner Höhenweg – Variante im Frühjahr

Warum?

Der Meraner Höhenweg ist landschaftlich wunderschön, technisch eher einfach und zählt sicher zu den populäreren Höhenwegen in Südtirol. Die letztjährige Frühjahrstour, der Vinschger Höhen hatte einen nachhaltigen Erholungswert. So entspannt und lässig waren die sechs Wandertage, das wir dieses Frühjahr eine ähnliche Wanderung suchten. Vielleicht klappt es ja das der sonst gut frequentierte Meraner Höhenweg, gerade im Frühjahr in der letzten Aprilwoche in dem die Königsetappe über das Eisjöchl (2895 m) noch nicht begehbar ist, uns wieder eine erlebnisreiche und entspannte Wanderwoche beschert.
Der Plan ist es im Schnalstal zu starten und da der Übergang übers Eisjöchl noch geschlossen ist das Pfossental am ersten Tag hin- und zurück zu erwandern. An den folgenden fünf Tagen dann dem Meraner Höhenweg in West-Ost-Richtung bis nach Pfelders zur Lazinser Alm zu folgen.

Etappen & Unterkünfte

Tag 1 – Anreise: Mit dem Fahrzeug bis zum Gasthof Jägerrast im Pfossental

Tag 2 – Gasthof Jägerrast (Pfossental) – Pfossental – Obervernatsch Hof 17,2 km, 820 Hm auf, 710 ab, 6,5 h

Ich bin jetzt Tag 3 – Obervernatsch Hof – Schutzhütte Nasereit 16,7 km, 730 m auf, 750 m ab, 6,5 h

Tag 4 – Schutzhütte Nasereit – Berggasthof Walde 17,1 km, 780 m auf, 1020 m ab, 7 h

Tag 5 – Berggasthof Walde – Gasthaus Jaufenblick 18,9 km, 740 m auf, 1190 m ab, 7,25 h

Tag 6 – Gasthaus Jaufenblick – Pfelders – Lazinser Alm Bus nach Moos Mooserwirt 23,2 km, 1350 m auf, 600 m ab, 8 h

Tag 1 30.04.2026 Anreise Gasthof Jägerrast (Pfossental)

Gasthof Jägerrast – hier endet die asphaltierte Straße ins Pfossental. Es ist 19:00 Uhr und wir werden schon erwartet und sind auch die einzigen Gäste. Die Wirtin informiert uns das der Weg zu unserem nächsten Ziel, den Obervernatsch Hof durh einen Murenabgang verschüttet wurde. Also gibt es schon am ersten Tag eine Planänderung. Wir werden morgen das Pfossental bis zur Schneegrenze erkunden und dann das Fahrzeug in Katharinaberg abstellen.

Gasthof Jägerrast – erste Unterkunft

Die Unterkunft – klassischer 70er Jahre Stil sehr sauber. Hier nur einige Autominuten vom Tal entfernt ist die Zeit irgendwie stehen geblieben. Nach leckeren Käseknödeln setzt sich die Wirtin an unseren Tisch und erzählt uns über die Veränderungen im traditionellen Tourismus.

Tag 2 30.04.2026 Gasthof Jägerrast – Pfossental und zurück – 18 km, 870 m auf, 870 m ab

Auf den Pfützen liegt eine dünne Eisschicht. Die steilen Berghänge ziehen sich hoch hinsuf. Kein Sonnenstrahl erreicht den Talboden. Die Finger sind eiskalt und wir sehnen uns nach den ersten Sonnenstrahlen.

Am Morgen kalt und schattig – Pfossental

An der Rableid Alm (2004 m) wärmen uns die ersten Sonnenstrahlen wieder auf. Das Tal ist wie verlassen. So früh im Frühjahr ist hier noch niemand unterwegs. Der Übergang am Eisjöchl zur Stettiner Hütte auf ca. 2900 m ist noch tief im Schnee versunken und wurde noch nicht begangen. Daher ist das Pfossental für den Wanderer des Meraner Höhenweg noch uninteressant.

Rableid Alm

Das Tal weitet sich und gibt den Blick auf die umliegenden Dreitausender wie Die Hohe Weiße 3277 m und den Schnalsberg 3004 m frei.

Pfossental

An der breitesten Stelle fast am Ende des Tal liegt der Eishof. Auch er ist wie die Rableid Alm erst im Sommer wenn das Vieh auf den Hochweiden ist bewirtschaftet.

Eishof am Ende des Pfossentals

Der Fahrweg endet kurz hinter dem Eishof und wird dann zum Wanderweg. Dieser zieht sich in weiten Bögen in Richtung Eisjöchl. Nach der Erzählung der Wirtin gründet der Weg auf einem alten Militärweg. Dieser wurde wieder instand gesetzt und ist wohl auch bei den Mountainbikern beliebt.

Wir biegen um eine Felskante, der Wind bläst und entgegen und wer sitzt da direkt vor uns am Wegesrand ? Ein Murmeltier – nichts ahnend das wir jetzt schon wieder die ersten Zweibeiner unterwegs sind. Es ist so nah das sogar die Mobiltelefonkamera ganz brauchbare Bilder liefert.

Murmeltier

Mit dem geschärften Murmeltierblick wuselt jetzt der ganze Hang. Auf 2300 m geht es dann über die ersten Altschneefelder.

Atemberaubend ist der Kontrast der schneebedeckten Berggipfeln nach oben zum blauen, leicht bewölkten Himmel und nach unten ins noch beige, braune Tal.

Als wir zur Mittagsrast auf der sonnengewärmten Steinplatte sitzen spüren wir diese unglaubliche Ruhe im heute einsamen Pfossental. Herrlich auch die mit den ersten Frühjahrsboten übersäte Bergwiese. Kaum ist der Schnee weg getaut spriesen die Krokusse.

Krokusswiese

Die Bereiche mit Schnee werden dichter. Wir sind bereits auf 2500 m Höhe. Da wir im Schnee auf dem Weg hüfttief einsinken steigen oder besser klettern wir die letzten Meter bis zur nächsten Hocheben quer Feld ein hinauf.

Ups – tiefer als erwartet

Wir erreichen die 2600 m Höhe. Hier ist auch südseitig alles mit Schnee bedeckt und die letzten 300 Höhenmeter zur Stettiner Hütte oder zum Eisjöchl sind heute nicht machbar. Wir kehren um.

Nach der Rableid Alm auf einer schon grünen Wiesenfläche steht eine Gemse fast so nah neben mir wie das Murmeltier heute Vormittag. Auch das ist mir in den letzt Jahren so noch nicht untergekommen.

Gemse nahe der Rableid Alm

Der Wirt vom Gasthof Jägerrast hat und den Tip gegeben am Südhang nach Steinböcken Ausschau zu halten. Tatsächlich bewegt sich im Lärchenwald ein einzelner Steinbock. Er ist weit oben, aber seine langen geschwungenen Hörner sind gut zu erkennen.

Steinbock in der Nähe des Gasthof Jägerradt

Das Pfossental ist auch ohne den Übergang am Eisjöchl eine wirklich lohnende Wanderung.

Pfossental – Blick talauswärts – im Hintergrund der Similaun

Da der Weg Richtung Katharinaberg durch einen Murenabgang blockiert ist müssten wir 2 km Strasse gehen. Daher setzen wir das Auto nach Katharinaberg um und wandern hinauf zum 200 m höher gelegenen Obervernatsch Hof.

Blick auf Katharinaberg

Wir werden super freundlich empfangen. Das Bauernhaus aus dem 14ten Jahrhundert ist schon von außen beeindruckend urig.

Obervernatsch Hof

Auch das Innere des Gebäudes ist etwas ganz besonderes. Die riesigen schwarzen Balken der schiefen Wände im Mittelflur sind Zeugen der langen Vergangenheit.

Besonders ist unser Zimmer – die Kammer des Bauers und der Bäuerin – Türstock 160 cm 🧐

Wirklich klasse ist das Irmi die Besitzerin eine super interessante Führung durch das historische Haus macht. Sie hat so viele Funde in den Wänden und im Haus gemacht das im Untergeschoss zwischen den breiten Steinwänden ein schmuckes Museum entstanden ist. Wer am Obervernatschhof vorbei kommt sollte sich unbedingt die Geschichte des Hofes und natürlich auch Sagen und Deutungen der Fundstücke erklären lassen. Für mich mich ist auch interessant war das die Täler über die Berghänge besiedelt wurden, da im Tal noch Sumpf war.

Hier im Obervernatsch Hof fühlen wir uns von drr ersten Minute an willkommen. Die hausgemachten Speckknödel mit frischem Salat und Apfelstrudel zum Nachtisch komplettieren diesen perfekten Tag.

Tag 3 01.05.2026 Obervernatsch Hof – schutzhütte Nasereit – 17 km, 740 m auf, xxx m ab

Der Tag beginnt wolkenfrei und auch heute Morgen ist es wieder eisig kalt. Gut gestärkt mit Vinschgauer, Käse, Speck und Rührei starten wir in den Tag. Tief unter uns liegt der auf einem Felsvorsprung erbauten Ort Katharinaberg. Spektakulär hängt er mitten über dem Schnalstal und doch weit unter uns.

Blick zurück auf Katharinaberg

Nachdem wir den Weiler oberhalb Katharinaberg verlassen führt der Weg gut gesichert am felsigen Hang entlang. Noch sind die Muskeln nicht warm gelaufen und so wir stacksen wir die ersten Meter hinunter.

Der Meraner Höhenweg ist gut gesichert

Auf einer Fels- und Waldpassage folgt wieder ein Hof mit seinen steilen Wiesenflächen. Die Morgensonne im Gesicht wandern wir bei toller Aussicht Richtung Etschtal. Was könnte es besseres geben? Kalte frische Morgenluft, die warnen Sonnenstrahlen und eine spektakuläre Aussicht.

Blick ins Schnalstal

Es ist der erste Mai – kein Mensch ist unterwegs. Für Mehrtageswanderungen ist es offensichtlich noch zu früh. Für uns passt das so sehr gut. Am Weg liegt der Hofschank Wald. Sieht sehr gemütlich und traditionell aus, hat aber saisonbedingt noch geschlossen. Zu erwähnen ist aber die top renovierte Ferienhütte. Das wäre sicherlich auch eine Übernachtung mit perfekter Aussicht gewesen.

Ferienhaus am Hofschank Wald

Auch die Waldhofkappelle ist Teil des Hofes. Wir wandern weiter und genießen den aussichts- und abwechslungsreichen Wegabschnitt.

Waldhofkapelle

Der Meraner Höhenweg ist die Verbindung zwischen den bewirtschafteten Höfen und hat damit auch eine wirtschaftliche Relevanz für den Tourismus. Sicherlich ist auch der Sicherheitsaspekt ein Grund für den Bau der zwei Hängebrücken auf der heutigen Etappe.

Hängebrücke über den Kirchgraben

So jetzt wird es belebter auf dem Weg. Wir nähern uns der Bergbahn Untersell, welche den Höhenweg mit Naturns im Etschtal verbindet. Es folgt ein spektakulärer und auch sehr beliebter Abschnitt. Im leicht bewaldeten Felshang geht es in die Schlucht der 1000 Stufen. Wer genau auf das Bild schaut sieht unten links die Hängebrücke und dann einen langen Zickzack- Stufenpfad. Nur gut das es heute nicht sehr warm ist.

Blick auf die Hängebrücke – Schlucht der 1000 Stufen (man muss sehr genau hinsehen)

Nach 15 km Wanderung auf einem Höhenweg der diesen Namen verdient, erreichen wir den Gasthof Giggelsberg. Neu, modern aber lieblos eingerichtet. Die kritischen Bewertungen bei Google-Maps sind für mich durchaus nachvollziehbar. Der Gasthof profitiert von seiner Lage direkt an der Texel Seilbahn. Die Texel-Seilbah und Untersell-Seilbahn bieten die Möglichkeit einer einmaligen Tagestour vom Tal aus auf dem Meraner Höhenweg. Dies erklärt auch die verhältnismäßig vielen Menschen mit Turnschuhen, weißen Poloshirts und übersteigertem Parfümduft. Je weiter wir uns von der Texel- Seilbahn in RichtungSchutzhütte Nasereit entfernen, um so ruhiger wird es. Kurz vor der Hütte erwartet uns eine sonniger Aussichtspunkt mit Blick über Meran.

Pause vor der Schutzhütte Nasereit mit Blick auf Meran

Noch ein letztes Lawinenschnefeld überqueren und dann erreichen wir unser heutiges Tagesziel die Schutzhütte Nasereit.

Irmi vom Obervernatsch Hof hat uns gebeten, Paul dem Wirt der Schutzhütte zu grüßen. Es war die richtige Entscheidung hier zu übernachten. Paul und sein Sohn sind super freundlich und wir beziehen ein schönes, blitzsauberes Zimmer mit Balkon.

Schutzhütte Nasereit

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Tag 4 02.05.2026 Schutzhütte Nasereit – Berggasthof Walde – 19,2 km, 1028 m auf, 1230 m ab

Als wir umHalbacht in die Wirtsstube traten begrüßte uns schon Wirt Paul mit einem Blech Apfelstrudel in den Händen. Ein Käsekuchen hat er auch bereits gebacken und uns ein leckeres Frühstück hingerichtet.

Wir haben wirklich Glück. Auch heute ist der Himmel wolkenlos und die Morgensonne scheint uns entgegen. Wir überqueren den rauschenden Bach neben der Hütte und steigen rasch bergan. Sobald wir aus dem Wald heraustreten wird der tiefe Blick ins Tal frei. So macht das Wandern Spaß.

… es geht schon aussichtsreich los

Nach einer halben Stunde erscheint die Trablander Alm. Fünf oder sechs grüne Männchen starten mit verschiedenen Gläsern den Berg hinauf. Was ist denn hier los? Der mit dem schönsten (Süd)tirolerhut erklärt uns das hier in den Bergen in diesen Tagen eine Steinbockzählung stattfindet. Da können die Männer gleich den Bock von Vorgestern mit auf ihren Zettel schreiben. Wir trinken einen Kaffee und beteiligen uns mit unserem Fernglas an dr Suche ;-). Am Ende zeigen uns die Männer noch was eine echte Brotzeit auf der Tablander Alm ist. Circa 500 g geräuchten Südtiroler Speck und eben so viel Käse, eine Hand voll Brit und Essiggurken. Dazu ein Weissbier.

Tablander Alm

Etwas unerwartet erreichen wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe. Die Hohe Wiege 1809 m ist ein schöner Aussichtspunkt mit Blick auf Patschins und Rabland.

Hohe Wiege 1805 m

Der Weg führt uns zur Murmelwiese . Um die Goidner Alm fühlen sich die kleinen Tunnelbauer richtig wohl. Hinter und auf den Felsblöcken flitzen die Murmeltiere herum. Die Goidner Alm ist noch geschlossen und die Tiere haben noch ihre Ruhe.

Goidner Alm

Leichtes Auf und Ab auf sehr gepflegtem Pfad gehen wir in Richtung Hochganghaus. Wenn es geöffnet hat ist es wohl ein sehr beliebtes Ausflugs- und Übernachtungsziel.

Wieder einmal erspart uns eine Hängebrücke einen tiefen Ab- und Aufstieg. Das ist schon sehr komfortabel. Wenn das auch von der Tourismusabgabe gefördert wurde dann bezahle ich diese gerne.

auch heute erspart uns eine Hängebrücke einen größeren Abstieg

Gegen 12:30 Uhr erreichen wir die Leiter Alm. Mensch ist da was los. Die Terrasse voll besetzt und drum herum viele Menschen due diesen Samstag auch in den Bergen geniessen wollen. Kurz nach der Leiter Alm wird der Höhenweg richtig cool. Dieser ist teilweise direkt in den Fels geschlagen und man läuft in scheindelerregender Höhe auf dem Felsband. 1100 m unter uns liegt die Stadt Meran.

Spektakulärer Tiefblicke zwischen Leiter Alm und Oberhochmuth Hof

Der Höhenweg macht seinem Namen alle Ehre. Wo bisher noch Holzgeländer zur Sicherung oder auch zur Reduzierung des Schwindelgefühls angebracht waren, ist jetzt nix mehr.

… 1100 m über Meran – der Weg ist super spannend

Dieser Teil des Weges ist mein Highlight. Nach ca. einer halben Stunde endet dieses Erlebnis an der Gondelstation Hochmuth. Hier ist natürlich wieder einiges los.

Oberhochmuth mit Blick auf Meran

Der letzte Anstieg mit ca.300 Hm steht uns bevor. Durch dichten, dunklen Nadelwald geht es einen guten Kilometer bergauf. Dann folgt ein wirklich sehr steiler, aber sehr gut angelegter Abstieg hinunter zum Gasthaus Longfall. Sehr idyllisch liegt es am Ende des Spronser Tals. Hier lohnt sich die Einkehr in jedem Fall. Meine Holunder-Joghurt-Torte schmeckt super lecker. Wenn man die Bewertungen so liest hat der kleine Familienbetrieb aber auch noch andere sehr geschätzte Speisen im Angebot.

Gasthaus Longfall – abgelegen idyllisch

Wir fühlen uns schon gut ausgelastet, doch den Schlussanstieg hinauf zum Gasthof Walde von knapp 300 Höhenmetern müssen wir noch durchziehen. Durch den lockeren Mischwald geht es hinauf bis wir die ersten Wiesen erreichen. Noch 4 Kehren und schon sehen wir unser Etappenziel vor uns. Es ist jetzt 17:15 Uhr und der bis jetzt aussichtsreichste und schönste Wegabschnitt des Meraner Höhenweges ist Ende.

Etappenziel Berggsthof Walde

Tag 5 03.05.2026 Berggasthof Walde – Gasthaus Jaufenblick – 18,9 km, 730 m auf, 1350 m ab

Offensichtlich ist die Frühstücks-Location noch steigerbar. Der fantastische Blick auf Meran und das Passeier Tal fesselt uns so, dass wir erst um 9 Uhr abmarschbereit sind.

Berggasthof Walde – Frühstücken mit bester Aussicht

Im ersten Abschnitt geht es erst einmal der Fahrstraße entlang bergab. Autos sind hier oben keine unterwegs. Am vierten Tag haben wir beste Wanderlaune. Die Brine haben sich an das Auf und Ab gewöhnt, die Sonne scheint und wir sind gespannt was uns die heutige Etappe in Richtung St. Leonhard bringt. Der Weg führt durch den steilen Bergwald und über eine kleine Holzbrücke queren den glasklaren Saltauserbach.

Brücke über den Saltauserbach

Bis Mittag begegnen wir keiner Menschenseele. Kaum sind keine Bergbahnen für den leichten Aufstieg verfügbar, fehlen die Einkehrmöglichkeiten aber natürlich auch die Tagestouristen. Uns taugt das. Teils spektakulär führt der Weg oberhalb der Felswände in das nächste Waldstück oder zum nächsten Berghof.

Immer wieder führt der Weg über Felsbänder oberhalb der Wand entlang

Meister sind die Südtiroler auch im sperren von Wegen. Mal mit rot weißem Absperrband, mal mit einer abgelaufenen Behördenanweisung und auch mal brutal mit einer Baumstammblokade. Wir prüfen das genau, ob eine Umgehung zwingend ist.

… das ist mal gut abgesperrt

In den bewässerten Almwiesen sorgt die Frühlingssonne für ein feuchtwarmes Klima. Als wir auf den Kalmbach treffen entdecke ich die ideale Badegumpe. Wie genial ist fas denn. Genau zum richtigen Zeitpunkt. Kleider aus und rein in den eiskalten Bach.

Super Badegumpe am Kalmbach

Die Erfrischung hält leider nicht sehr lang. Steil geht es über die Bergwiesen hinauf und der Schweiß tropft von der Stirn. Die Bergwiesen blühen in voller Pracht.

Bergpanorama 10 von 10 Punkte

Je weiter wir uns von den populären touristischen Zielen entfernen umso schmäler und einsamer wird der Weg in dieser Jahreszeit.

… Meraner Hw Nr 24 – wenig begangen – wird schmäler und schmäler

Ab Kilometer 15 malen wir uns immer wieder ein Gasthof mit Kaffee und Kuchen aus. Doch es zieht sich bis endlich ein Schild zum Christlhof vor uns steht. Als wir den Hof erreichen hängt ein Schild mit der Aufschrift „Ruhetag“. Schade – do Po ch plötzlich öffnet sich die Tür und der Besitzer bietet uns Getränke an. Auch sehr gut – Kaffee können wir ja auch später noch trinken.

Letzte Rast am Christlhof

Die heutige Unterkunft liegt nicht am Höhenweg , sondern gut 400 Höhenmeter unterhalb. Eine halbe Stunde steilen Abstiegs und wir erreichen das Gasthaus Jaufenblick. Auch hier werden wir wieder super freundlich empfangen. Ein bisschen Bauchweh haben wir schon vor dem Aufstieg morgen Früh zurück auf den Meraner Höhenweg.

Gasthaus Jaufenblick

Vor dem Abendessen gibt es einen kleinen Sektempfang und vier Gäste werden für 10 und 20 jährige Treue geehrt. Zum Abendessen gibt es ein leckeres Dreigänge-Menü. Der Wirt, die Wirtin und Kellner Helmut haben Zeit für ihre Gäste. Setzen sich mit an den Tisch, erzählen und diskutieren. Diese Wertschätzung für den Gast ist heute nicht mehr selbstverständlich.

Tag 6 04.05.2026 Gasthaus Jaufenblick – Pfelders – Lazinser Alm 24 km, 1350 m auf, 600 m ab

Helmut der Kellner erklärt heute morgen jedem die neue Kaffeemaschine, bringt uns Spiegeleier und gibt uns letzte Tips für die letzte Etappe nach Pfelders.

Die ersten 260 Hm Meter geht es richtig steil bergauf, bis wir nach einer halben Stunde beim Gasthof Christl zurück auf dem Meraner Höhenweg sind.

Der Weg führt entlang der steilen Berghänge durch den Wald. Auffällig ist das ganze Bereich kal sind und alle Bäume gefällt wurden. Wir vermuten das hier ein Sturm einen großen Teil der Bäume zerstört hat.

Heute erste Bach Überquerung

Nicht ganz so spektakulär wie an den ersten Tagen, aber dennoch interessant und abwechslungsreich wandern wir zum Weiler Ulfas mit seiner markanten Kirche mit roter Kirchturmspitze.

Blick auf den Ort Ulfas

Zweistunden sind wir nun unterwegs als wir das Schild vom Hofschank Michele sehen. Wir haben Glück. Die Wirtin macht uns einen Kaffee und dazu ein riesen Stück Schwarzwälderkirschtorte.

Hofschank Michele Hof

Am Kicker hagelt es für mich eine herbe Niederlage.

… Pausenkicker Baden-Württemberg vs. Bayern

Hoch über dem Ort Platt und Moos im Passeiertal wandern wir ein das Pfelderer Tal. An dessen Ende würde dann der Übergang zurück zum Gasthof Jägerrast im Pfossental stehen. Der Übergang führt über die 2023 neu erbaute Stettiner Hütte (2875 m) und das 2909 m hoch gelegene Eisjöchl. In diesem Jahr hat es zwar wenig Schnee, dennoch ist der Übergang sicher noch bis Juni geschlossen.

In Innerhütt treffen wir auf die Pfelderer-Talstrasse. Am rechten Hang ein hübscher Wasserfall.

Imstbach Wasserfall im Pfelderer Tal

Im weiteren Verlauf folgen wir der WM-Rodlbahn bis zum Camping Bergkristall. Der Weg rechtsseitig sm Pfelderer Bach entlang ist schön, doch die Fahrstraße auf der anderen Bachseite trübt die Idylle.

Pfelders ein typischer kleiner Skiort, der es nicht geschafft, der dem Skitourismus und mittelgrossen Hotelanlagen verfallen ist und es nicht geschafft das sein ursprüngliches Flair nach der Erschliessung des kleinen Skigebietes zu behalten. Wir wandern hindurch und lassen den in dieser Übergangszeit wenig attraktiven Ort hinter uns. Alle, ja alle Unterkünfte sind geschlossen und öffnen erst wieder zur Sommersaison im Juni.

Hinter dem kleinen Teilörtchen Zepichl öffnet sich das Tal und wir sehen bis zum Talende wo sich der Weg im wilden Zickzack 1200 m zur Stettiner Hütte schlängelt.

Blick zum Talende drs Pfelderer Tals

So weit wollen wir heute nicht mehr wandern, weil trotz schneearmen Winter 2025/2026 noch zu viel Schnee im Übergang über das Eisjöchl liegt.

Die Lazinser Höfe auf halbem Weg zur Lazinser Alm erreichen von Pfelders aus nach einer knappen halben Stunde. Ein ursprünglicher Berghof mit kleiner Kapelle und wenn er geöffnet hat ein schöner Ort für eine Pause.

Kappele Lazinser Höfe

Wir jedoch wandern weiter zu unserem heutigen Etappenziel der Lazinser Alm auf 18882 m. Als wir die Alm erreichen öffnet such die Tür und die Wirtin mit ihrem Kind bietet uns einen Kaffee an.Das ist ja mal eine Überraschung, haben doch alle Restaurant, Cafes etc. in Pfelders geschlossen. Wir nehmen das Angebot gerne an und freuen uns über den schönen Abschluss unserer Tour. Hier auf der Lazinser Alm, Luftlinie nur 6 km oder 9km Wanderstrecke vom Umkehrpunkt am ersten Tag im Pfossental auf 2600 m entfernt.

Lazinser Alm (1882)

Natürlich müssen wir von der Lazinser Alm zurück nach Pfelders wandern, wo uns der Bus um 18:00 Uhr ins Tal zum Mooserwirt nach Moos nimmt. Die erste Unterkunft, welche talabwärts noch geöffnet hat.

Tourende in Pfelders

Nach fünf Tagen abwechslungsreicher Wanderung, bei herrlichem Sonnenschein endet die einsame Frühjahrswanderung auf dem Meraner Höhenweg.

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