Off The Beaten Track – Travelblog

Latrabjarg- Island

Latrabjarg – Westfjorde (Island)

2 Tage Rundweg über die wilden Klippen Latrabjarg zur Bucht Bucht Keflavik.  (23.-24.07.2014 / 35,9 km 1350 Hm)

Latrabjarg und das am westlichen Ende gelegene Kap Bjargtangar ist der westlichste Punkt Festland in Europa. Latrabjarg ist ca. 14 km lang und über eine rauhe Schotterstraße erreichbar (Latrabjarg-Wikipedia). Am Kap Bjartangar steht eine alte kleine Sendestation und Turm. Die Klippen sind hier nur knapp 15 m hoch. Doch in südöstlicher Richtung steigen sie dann rasch auf 450 m an. Die verschiedenen Seevögel, darunter auch die niedlichen Papageientaucher, kann man am Besten auf dem ersten Metern direkt an den Klippen am Parkplatz beobachten.

Aber Vorsicht, die Papageientaucher haben Ihre Wohnung teilweise knapp unter der Grasnabe in den Klippen. Wer sich zu weite nach vorne wagt bricht ein oder stürzt ab.

Papageientaucher

Papageientaucher

Latrabjarg ist unter anderem auch durch eine eine spektakuläre Rettungsaktion der Besatzung des britischen Trawlers Dhoon im Dezember 1947 bekannt geworden. Dieser havarierte am 12. Dezember 1947 vor der Klippe Geldinsskorardarlur. Die Bevölkerung in der Umgebung wurde alarmiert und suchte das Wrack. Es gab noch 12 Überlebende, doch die Klippen in der Umgebung waren über 80 m hoch und eine Rettung schwierig.

Rettungsaktion Dezember 1947 an de Klippen

Rettungsaktion Dezember 1947 an de Klippen

Die erfahrenen Bewohner Latrabjergs entschieden sich damals über die 80 m hohe Klippe Flaugarnef abzuseilen und die 12 Überlebenden zu retten. Dies gelang in einer spektakulären Aktion die bis zum 13. Dezember andauerte. Gerade rechtzeitig vor einem weiter aufziehenden Sturm von Süden. Hier finden Weitere Informationen dazu Cliffhanger Rescue at Látrabjarg – Photographs by Óskar Gíslason. Auf unserer Wanderung in Richtung der Buch von Keflafvk werden wir genau diese Klippen auch sehen können.

UNSERE TOURDATEN:

Latrabjarg Kap Bjargtangar – Bucht Keflavik (gpx-file)

Alle GPX-Files auch unter –> Link zu gpsies download

 

Latrabjarg Kap Bjargtangar – Bucht Keflavik hin und zurück  (35,9 km / 1350 Hm)

Vor dem verlassen des Fahrzeuges hängen wir noch einen Zettel mit unserem geplanten Wanderziel und der Telefonnummer und dann geht es auch schon los. Vorbei an den Touristen und Hobbyornithologen steigen wir den breiten Pfad am Rande der Klippen bergauf.

Klippen Latrabjarg

Klippen Latrabjarg

Mal viele Meter hinter den Klippen, mal nur ein paar Meter vom steilen Abhang entfernt. Langsam verliert sich der breite schmal im dichten Gras der mäsig steilen Klippenrückseite. Auch die Touristen werden weniger und bald steigen wir ganz alleine immer weiter hinauf. Noch eine kurze Stärkung unter den letzten Sonnenstrahlen. Von weitem erkennen wir einen weißen Wolkenhut an der Klippenspitze auf ca. 450 m. Offensichtlich wird die feuchte Meeresluft durch die Klippen zum Aufstieg gezwungen und im Bereich von 400 m Ü.n.N. kommt es dann zur Wolkenbildung.

Wolkenmaschine

Wolkenmaschine

Je näher man kommt erkennt man das Schauspiel.  Wie bei einer Nebelmaschine werden immer neue Wolken „produziert“. Leider nimmt auch der Wind erheblich zu und der immer dichtere Nebel macht die Orientierung fast unmöglich. Nun haben sich auch noch die Steinmänchen, welche den gesamten Weg bisher markiert haben verabschiedet. Wir suchen in alle Richtungen, immer vorsichtig nicht zu nahe an die Klippenkante zu gelangen. Nichts zu machen, die Markierung verliert sich im Gras. Bei unserer Planung hatten wir uns glücklicherweise in unsere GPS-Geräte einige Markierungspunkte gesetzt, durch die unsere Tour verlaufen sollte. Ein Referenz-GPX-File war im Internet bisher nicht zu finden. Die Steinmännchen bleiben verschwunden und wir entscheiden uns im sehr dichten Nebel auf der Referenzlinie unseres GPS-Gerätes querfeldein weiter zu gehen.

Wetteränderung

Wetteränderung

Nach guten 20 Minuten erreichen wir endlich wieder einen markierten Pfad. Dies war schon der Abstieg. Das bedeutet, dass exakt am Gipfel bzw. höchsten Punkt der Klippen die Markierung nicht mehr vorhanden ist. Wir folgen den Pfad bis zu einem kleinen Parkplatz an dem auch eine Informationstafel zum oben beschriebenen Schiffsunglück angebracht ist. Ab hier folgen wir, auch Wetter bedingt dem Fahrweg bis zur Kreuzung bei der die Allradpiste in Richtung Bucht Keflavik kreuzt. Je weiter wir bergab gehen um so besser wird das Wetter.

Bucht Kevla

Bucht Keflavik auf Latrabjarg

Der Regen hört auf, die Wolken lichten sich und am letzten etwas steileren Abstieg wird der Blick auf die Bucht frei. Deutlich leuchtet die signalrote Notunterkunft aus dem satten grün der Wiesen. Wir sind alleine und freuen uns, nach dem Sturm und Regen schon auf einen sonnigen Abend. Rasch sind die durchnässten Klamotten aufgehängt und wir kochen einmal wieder eine Outdoormahlzeit.

Notunterkunft Keflavik

Notunterkunft Keflavik

Dann noch ein Strandspatziergang und ab ins Zelt mit Blick auf die ruhige See. Wir wollten noch eine Nachricht nach Deutschland absetzten und trauten unseren Augen nicht, als wir mit unserer isländischen SIM-Karte Highspeed Internet empfangen konnten. Endlich einmal wieder die Süddeutsche tagesaktuell lesen.

... traumhafter Zeltplatz in der Bucht

… traumhafter Zeltplatz in der Bucht

Auch der Morgen war noch trocken. Es zeigen sich aber bereits wie gestern die ersten Wolken im Bereich der hohen Klippen. Nach einem ausgiebigen Frühstück marschieren wir mit dem Ziel los, die gestern verlorene Markierung nun von der anderen Seite wieder zu finden. Bald kommen wir wieder in den Gipfelbereich der höchsten Klippen, wir folgen dem gut sichtbaren und markierten Pfad. Der Wind nimmt zu, aber es gibt kaum Wolken und Nebel. Und so erreichen wir eine große Wiesenfläche am Gipfel der höchsten Klippe. Hier verliert sich der Pfad ohne Markierung im Gras. Nach nicht mehr als 200-300 m tritt er wieder in Erscheinung. Um es anderen Wanderern etwas einfacher zu machen markieren wir das Teilstück mit einigen Steinmännchen und steigen dann in Richtung Parkplatz Cap Bjartangar ab. Gut gelaunt erreichen wir unser Fahrzeug und sitzen noch einige Zeit am Turm um den Papageientauchern am Rand der Klippen zu zusehen.

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